Sie warten jetzt einfach ab. "Mehr können wir nicht tun", sagt Gunnar Frey, Mitglied des Vorstandes des Jugendförderungswerks am Donnerstagmorgen. Eilig hatten sie noch eine Pressemitteilung formuliert, nachdem am Mittwochabend im Verwaltungsausschuss erstmals öffentlich gemacht wurde, dass nach Ablauf der Bewerbungsfrist für die Trägerschaft des neuen Jugendkulturzentrums nun genau eine Bewerbung eingegangen sei. "Das muss ja dann unsere sein", sagt Frey. "Das Jugendförderungswerk hat an der Ausschreibung für die Trägerschaft, wie im Vorfeld angekündigt, teilgenommen." Da es nun offenbar nur eine Bewerbung gebe, sei die Rechnung denkbar einfach.

"Als Trägerverein der früheren Jugendscheune im Klosterhof haben wir uns seit Schließung der Einrichtung vor mehr als zehn Jahren intensiv um einen Ersatz bemüht und bekanntlich zahlreiche Konzepte für Bau und Betrieb vorgelegt", heißt es in der Pressemitteilung. Die Komplexität des Themas sei ihnen daher bekannt.

Gunnar Frey, Veranstalter der Schallplattenbörse
Gunnar Frey, Veranstalter der Schallplattenbörse | Bild: privat

Dass die Bewerber nun nicht gerade Schlage standen – auch die ProKids-Stiftung von Joachim Spitz war einmal als potenzieller Bewerber gehandelt worden – ist für Frey keine Überraschung. Zum eine liege das wohl daran, dass der Betrieb der neuen Jugendkultureinrichtung zu einem wesentlichen Teil nur ehrenamtlich bestritten werden könne. Zum anderen zeige eine so geringe Bewerberquote auch, "wie schwierig die Ausschreibung war mit 96 Seiten".

Endgültig über die Trägerschaft entscheiden wird der Gemeinderat. "Ich denke, dass es in der nächsten Sitzung auf der Tagesordnung stehen wird", so Frey. Seit Sommer vergangenen Jahres laufen die Bauarbeiten am neuen Jugenzentrum auf dem Klosterhof-Gelände, die Eröffnung des rund 2,5 Millionen Euro teuren Neubaus ist im Herbst 2018 vorgesehen.

Man sei sich der Verantwortung bewusst, die ein Betreiber des neuen Jugend- und Kulturzentrums übernehme, so Frey. Ein Betreiberkonzept haben sie bereits mit der Bewerbung abgegeben, auch haben sie bereits Kooperationszusagen von örtlichen Vereinen aus den Bereichen Jugend, Kultur, Integration und Sport, "die mit uns in der neuen Einrichtung aktiv sein wollen". Aktuell sind sie dabei, einen ehrenamtlichen Helferkreis aufzubauen, "der für einen kontinuierlichen Betrieb des Jugendkulturzentrums unabdingbar ist."