„Er ist mein Wunschkandidat und der des Vorstandsteams„, sagte der scheidende Präsident, Geschäftsführer und Gründer des Gewerbeverbands Oberzentrum (GVO), Gerhard Waldmann, auf der jüngsten Hauptversammlung. Nach der Ankündigung seiner Kandidatur auf der Jubiläumsfeier im Juli wurde der Villinger Architekt Joachim Müller nun einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Die Nachfolge auf dem Posten des Geschäftsführers fällt dem Geschäftsstellenleiter Carsten Dörr zu.

Der Netzwerkverband habe mit seinen 411 Mitgliedsunternehmern in den letzten zehn Jahren eine Transformation hin zum Erwachsenenleben durchgemacht, mit dem laut Waldmanns Laudator Stefan Beetz seitens der Stadtverwaltung nunmehr „auf Augenhöhe“ diskutiert wird. Dörr bemerkt hingegen: „Große, angrenzende Kreisstädte und Wirtschaftsverständige betrachten VS als schlafenden Riesen, der sein Wirtschaftspotential besser entfalten könnte.“ Neben einer Vielzahl von Netzwerktreffen und Veranstaltungen gab es beim GVO alleine im abgelaufenen Jahr 900 Kontakte über die Geschäftsstelle zu Mitgliedern und strategischen Partner, bis hin zu einer angestrebten Kooperationsvereinbarung mit der Initiative „Erfurter Kreuz“ mit ihren 100 Mitgliedsunternehmen. „Wir werden dieses Aufwachen fördern, brauchen aber immer noch eine Vision und Gesamtkonzept“, so Dörr.

Und dieses „Erfolgsmodell, dass sich aus einer Protestbewegung entwickelt hat“, möchte Müller nun in die Zukunft führen. Ein Sammelsurium an Motivationen zur Amtsübernahme ist seiner Antrittsrede zu entnehmen: „Draußen sein, diskutieren, Verantwortung übernehmen, zuhören, moderieren, diplomatisch sein.“ Mit diesen Attributen will Müller sein „Lieblingsprojekt Markenstadt VS“ durch eine kontinuierliche Stärkung des Stadtorts vorantreiben. „Ich glaube, ich habe dieses Macher-Gen, dass sie alle auszeichnet“, konstatiert Müller.

Waldmann betont beim Abgang: „Zehn Jahre genügen. Wir begannen mit 20 genervten Bürgern und sind nun über 400 vernetzte Unternehmer.“ Eine Unzufriedenheit im Umgang mit ansässigen Unternehmern seitens der Stadtverwaltung, Bürgermeister- und Baubürgermeisterposten führte vor zehn Jahren zur Gründung des Verbands, unter dessen Dach sich mittlerweile „alle Handels- und Gewerbevereine“ von VS vereinen. „Im letzten Jahr hat sich der Kontakt zur Stadt entschieden verbessert. Keiner weiß warum“, bemerkte Waldmann mit einem ironischen Unterton.

Nach zehn Jahren zieht sich auch der stellvertretende Vorsitzender der Schwenninger Handelssparte, Hansjörg Böninger, aus dem Vorstand zurück. Bernd Herner, bisheriger Kassenprüfer, wird durch Thomas Haller und Rolf Engesser ersetzt.