Ganz in der Tradition der musikalischen Anfänge bei SABA/MPS sieht sich das neue Festival „Jazzin‘ The Black Forest“, das zwischen Donnerstag, 12. September und Sonntag, 15. September, in Villingen abläuft und somit den Auftakt der Kulturveranstaltungen im Herbst bildet.

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VS hat seit Jahrzehnten einen erstklassigen Ruf

Das MPS-Studio und auch der Jazzclub Villingen haben beide seit Jahrzehnten einen erstklassigen Ruf weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Die traditionsreichen Kultureinrichtungen stehen hinter der fünftägigen Veranstaltung, die sich nicht als Nachfolgerin von „VS swingt“ sieht, dem Jazzfestival, das vor mehreren Jahren eingestellt wurde. Der Schwerpunkt des neuen Festivals liegt auf aktuellen Jazzprojekten aus Europa. Mit der Sängerin Erika Stucky aus der Schweiz und dem schwedischen „Fire!Orchester“ stehen denn auch zwei außergewöhnliche musikalische Acts auf dem Programm.

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Förderverein zieht die Strippen

Verantwortlich für das Jazzfestival ist der Förderverein MPS-Studio Villingen e.V. mit Töni Schifer, Friedhelm Schulz und Georg Seiler an der Spitze. Und neben dem Jazzclub Villingen ist auch das städtische Amt für Kultur mit im Boot. „Wir präsenteren dem Publikum hochinteressante Projekte der aktuellen Jazzszene“, erklärt Friedhelm Schulz und verweist darauf, dass auch die Jazzproduktionen bei SABA in Villingen vor fast 60 Jahren mit zeitgenössischen europäischen Bands begonnen haben: Hans Koller, Jean-Luc Ponty oder Eugen Cicero nahmen in den Anfangstagen im legendären Studio an der Richthofenstraße auf. „Mit Internationalität und musikalischer Offenheit bekam das junge Jazzlabel aus dem Schwarzwald schnell einen guten Ruf in der Musikwelt“, so Schulz. Und in dieser Tradition wolle man sich auch heute bewegen.

Das neue Villinger Jazzfestival kommt mit einem Veranstaltungsplakat, das wie ein Kunstwerk wirkt.
Das neue Villinger Jazzfestival kommt mit einem Veranstaltungsplakat, das wie ein Kunstwerk wirkt. | Bild: Mps

Vielfältiges Programm mit internationalen Musikern

Die Macher des neuen Jazzfestivals sind überzeugt davon, dass es aktuell in Europa eine Vielzahl von Musikern und Bands gibt, die es verdient haben, einem größeren Publikum präsentiert zu werden. Entsprechend vielfältig fällt denn auch die Mischung aus.

Die Musikerin Erika Stucky tritt beim neuen VS-Festival auf.
Die Musikerin Erika Stucky tritt beim neuen VS-Festival auf. | Bild: Label

Themenschwerpunkt Jazz aus der Schweiz

Ein Themenschwerpunkt ist in diesem Jahr das Nachbarland Schweiz. Friedhelm Schulz: „Die haben dort eine ungemein kreative und eigenständige Jazzszene, die voller Überraschungen steckt.“ Gleich drei Projekte aus dem Nachbarland werden im September zu erleben sein. Top Act ist die Sängerin, Akkordeonistin und Entertainerin Erika Stucky, die mit ihrer Mixtur aus alpenländischer Musiktradition, Popsongs und Jazzimprovisationen seit vielen Jahren ihr Publikum begeistert. Zu den international gefragten Bands aus der Schweiz zählt zudem das Quintett um den Saxofonisten Christof Irniger, das unter dem Namen „Pilgrim“ eine eigenständig-sensible Klangsprache entwickelt hat. Beide Bands sind im Theater am Ring zu erleben. Mit einem Auftritt im MPS-Studio rundet das Trio SchnellerTollerMeier den musikalischen Reigen aus der Schweiz ab.

Schwedisches Orchester verspricht packende Musik

Für ein Klangspektakel der besonderen Art steht das „Fire!Orchester“ aus Schweden. Die 15-köpfge Formation um den Bariton-Saxofonisten Mats Gustafsson steht für ungewöhnliche Klangfarben, die sich schon aus der Besetzung erkennen lassen: Neben den im Jazz üblichen Instrumenten Saxofon, Trompete und Rhythmusgruppe gehören zwei Sängerinnen und ein Streichquartett dazu. Diese Formation pendelt souverän zwischen Avantgarde, Soul und Rock und ist nur ganz selten in Deutschland zu erleben. Die Veranstalter versprechen einen ungewöhnlichen und packenden Hörgenuss.

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Auch die deutsche Jazzszene ist stark vertreten

Auch die deutsche Jazzszene ist natürlich vertreten. Der Kölner Ausnahmeschlagzeuger Jonas Burgwinkel präsentiert sein Trio „Medusa Beats“. Hier zeigen der französische Pianist Benoît Delbecq, der holländische Bassist Clemens van der Feen und natürlich Burgwinkel die hohe Kunst des Triospiels über alle Stilgrenzen hinweg. Zu erleben im Theater am Ring. Im MPS-Studio wird sich die mehrfach preisgekrönte junge Pianistin Johanna Summer, die derzeit im Bundesjazzorchester spielt, mit ihrem Soloprogramm vorstellen. Im Jazzkeller werden zudem nach den beiden Konzerten im Theater am Ring wieder DJs für eine tanzbare Mischung von Jazz bis Hip-Hop sorgen.

Sponsoren sind gern gesehen

Mit zum Programm gehört wieder eine Plattenbörse am 14. September in der alten SABA-Kantine und bereits am 8. September kann das MPS-Studio am „Tag des Denkmals“ besichtigt werden.

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Für Friedhelm Schulz und seine Kollegen beginnt jetzt die Vorbereitungsphase für das September-Festival: „Wir haben schon Unterstützer und die Stadt steht mit einer Ausfallbürgschaft parat, aber wir hoffen natürlich auf weitere Sponsoren“, sagt er und verweist darauf, dass die Denkmalschutzbestände des Studios instand gehalten werden müssen, was neben Manpower auch viel finanziellen Einsatz bedeute. Das Festival-Poster wurde wieder von Töni Schifer gestaltet und wird in begrenzter Stückzahl als Siebdruck erhältlich sein. Programmhefte, Werbung, Technik und vieles mehr muss in den kommenden Wochen von einem kleinen Team ehrenamtlicher Mitarbeiter gestemmt werden. „Aber wir bekommen das hin und stellen ein tolles Musikereignis auf die Beine“, ist sich Schulz sicher.