Aktuell ist es völlig offen, ob und wann 13 städtische Ämter auf dem früheren Kasernengelände Mangin in >VS-Villingen zusammengeführt werden. Weder steht fest, wann der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss fasst, noch ob die Stadtverwaltung hinter dem Großprojekt steht, das der frühere Oberbürgermeister Rupert Kubon auf den Weg gebracht hatte. Bekannt ist, dass der neue Oberbürgermeister Jürgen Roth die Wirtschaftlichkeit überprüfen lassen und die Bürger befragen möchte. Doch wie weit sind die Pläne? Darauf reagiert die Stadtverwaltung nur mit einem dürren Satz: "Es lässt sich noch nichts Konkretes dazu sagen, das Vorgehen wird derzeit verwaltungsintern erarbeitet."

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Dabei hängt von diesem Mangin-Projekt, das sich jetzt Quartiersentwicklung im Brühl nennt, auch die Bebauung mit Wohnungen ab, was einen weiteren Teil ausmacht. Sollte die Stadt auf einen zentralen Verwaltungsstandort verzichten, könnte das gesamte Gelände für dringend benötigte Wohnungen reserviert werden. Bisher sind auf einem Teil 500 bis 600 Wohneinheiten geplant, die das Bündnis für faires Wohnen bauen will. Einer der Mitglieder ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft (Wbg). Wbg-Geschäftsführer Rainer Müldner geht von einem Start im optimistischsten Fall im Jahr 2020 aus.

IHK wartet ab

Indirekt interessieren die Pläne auch die Industrie- und Handelskammer (IHK), die den nicht weit entfernten Standort auf dem ehemaligen Saba-Gelände im Technologie- und Innovations-Park VS als eine Option für einen IHK-Neubau in Betracht zieht. Es sei für die IHK von großem Interesse, wie das Gelände insgesamt bebaut und zukünftig genutzt werde, erläuterte IHK-Sprecher Christian Beck. Außerdem sei miteinzubeziehen, ob die Stadt VS auf dem Mangin-Gelände ihren zentralen Verwaltungssitz ansiedeln werde. Die Umfeldentwicklung rund um einen IHK-Standort sei generell ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Bevor die IHK nun eine endgültige Entscheidung für einen Neubau im Technologie- und Innovations-Park VS treffe, "wollen wir den Zeitpunkt abwarten, zu dem die weitere Entwicklung des Geländes und seines Umfeldes seriös abgeschätzt werden kann".

Nützliche Videokonferenzen

Das kann dauern, möglicherweise bis nach den Kommunalwahlen. Der Freie Wähler-Stadtrat Rudolf Nenno, einer der Kritiker der Verwaltungszusammenführung, geht davon aus, dass die neue Stabsstelle Digitalisierung, die der Gemeinderat schon nächste Woche ins Leben rufen will, auch die Verwaltungszusammenführung durchleuchtet. Es müsse geprüft werden, ob im digitalen Zeitalter ein zentraler Standort überhaupt notwendig ist oder ob eine Kommunikation nicht auch über das Internet, beispielsweise Video-Konferenzen, möglich sei. Dem soll dann die reine Wirtschaftlichkeitsrechnung nur für den Verwaltungsstandort gegenüber gestellt werden. Das kam Nenno bisher zu kurz.