Viel Andrang herrschte zum städtischen Seniorentag in Villingen. Eckpfeiler der Veranstaltung im Theater am Ring waren vielfältige Informationen für Senioren zum Thema Pflege, Krankheit und soziale Einrichtungen. Verschiedene Pflegeheime sowie ambulante Pflegedienste und Tagespflegen stellten sich vor und boten ausführliche Beratung. Neben Notrufsystemen für zu Hause und unterwegs sowie Essen auf Rädern durfte aber auch die soziale Komponente nicht fehlen. Diverse Freizeitangebote von selbst vorgeschlagenen Veranstaltungen und Ausflügen mit dem Loretto-Treff bis zum gemeinsamen Gedächtnistraining mit kleinen Rätseln vom Bundesverband Gedächtnistraining wurde vieles geboten.

Günter Reichert, Geschäftsführer des Heilig-Geist-Spitals, Roger Preissler mit Rüdiger und Jakob Broll, Einrichtungsleiter Heilig-Geist-Spital.
Günter Reichert, Geschäftsführer des Heilig-Geist-Spitals, Roger Preissler mit Rüdiger und Jakob Broll, Einrichtungsleiter Heilig-Geist-Spital. | Bild: Melanie Blodt

„Es ist wichtig, dass das Gehirn immer wieder mit neuen Dingen konfrontiert wird, sodass es beweglich bleibt“, so Sabine Hummel, Vertreterin des Bundesverbands Gedächtnistraining. Das gemeinsame Lachen und Überlegen bei den gestellten Aufgaben sei dazu bestens geeignet. Auch für die Fitness im Alter will gesorgt sein. Aus diesem Grunde wurden auch Angebote für Kraft-, Balance-, und allgemeine Fitnesstrainings, unter anderem von Solemar und Injoy vorgestellt. Doch auch wenn beispielsweise beim Rücken- und Gelenkzentrum im Injoy Villingen die Krankenkasse bis zu 75 Prozent der Kosten übernimmt, stelle sich für viele Senioren besonders häufig die Frage nach den Finanzen. Dieser Frage widmen sich Beratungsstellen wie die Diakonie, der VDK oder der Steuerring.

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Manfred Brendel, Vertreter des VdK, sagt: „Pflege macht arm. Wenn man nicht richtig informiert ist, geht das schnell.“ Vielen Menschen reiche ihre Rente nicht oder nur kaum. Und die Scham, Hilfe vom Amt anzunehmen, sei allgegenwärtig, so Barbara Spruth von der Beratungsstelle der Diakonie. Häufig seien beispielsweise alte Wohnungen nicht behindertengerecht oder barrierefrei und die Frage nach gesetzlichen Betreuern stelle sich vermehrt. Um finanziell, aber auch generell über das Leben mit Behinderung zu beraten, gibt es auch die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB). Sogenannte Peercounciler, also Menschen die selbst Erfahrungen mit Behinderungen haben, beraten hier über Finanzen, Wohnen, Freizeit und andere Themen. Jürgen Mößner ist so ein Berater. Er selbst habe die Erfahrung durch plötzliche Erkrankung mit Blindheit und körperlicher Behinderung: „Ich versuche, mit meiner persönlichen Erfahrung zu helfen“, sagt er.

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Helfen und Freude schenken hat sich auch Roger Preissler von der Beschäftigungstherapie im Heilig-Geist-Spital zur Aufgabe gemacht. Gemeinsam mit Handpuppe Rüdiger sorgte er für rege Unterhaltung zwischen den Ständen. Freude und Spaß am Leben sei wichtig für eine gute Lebensqualität, und so bringt er viele Leute zum Lachen. Vor allem bei Demenzkranken habe er große Erfolge gesehen. So beteiligten sich auch Patienten, die sonst eher apathisch seien, und reagierten auf die Puppen.

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Auch Angebote der Stadtbibliothek oder der Musikakademie Villingen sollen für ein gutes Miteinander und viel Freude sorgen. Bücher auf Rädern beispielsweise ermöglicht auch Menschen, denen es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, die Bibliothek aufzusuchen, die ständige Verfügbarkeit von interessanten Medien und Büchern. Sogar der VSB stellte seine Angebote für Senioren vor, und auch das Reparatur-Café Villingen informierte darüber, dass alte, kaputte und doch noch für den ein oder anderen wichtige Gegenstände dort repariert werden können, anstatt sie zu entsorgen. Für das eigene Wohl reichte die Soziale Betreuungsstelle Impuls alkoholfreie Cocktails und der Spitalfonds Villingen verwöhnte mit kleinen Speisen.