Mit Spannung wurde die Kommunalwahl vor allem in einer der neun Ortschaften Villingen-Schwenningens erwartet: Rietheim. Dort sind die Freien Wähler mit dem Plan angetreten, Ortsvorsteherin Gudrun Furtwängler (CDU) zu stürzen. Das könnte klappen.

Rietheim

Die Freien Wähler haben es geschafft, sie legten zwei Plätze auf sechs zu. Die CDU, die bisher die Ortsvorsteherin stellte, verlor zwei Plätze und fiel auf vier zurück. Bernd Bucher ist mit dem erklärten Ziel in den Wahlkampf gezogen, Gudrun Furtwängler abzulösen. Das möchten wohl auch die Rietheimer, denn er siegte mit 844 Stimmen und mit einem klaren Vorsprung vor Furtwängler (602 Stimmen). Er werde sich zur Wahl stellen, und er sei guter Dinge, meinte er. Ob er Erfolg hat, werde erst die Wahl zeigen, denn bei den Freien Wählern herrsche kein Fraktionszwang. Er möchte künftig eine stärkere Bürgerbeteiligung verwirklichen und größere Maßnahmen über Informationsabende frühzeitig vorstellen. Dann könnten die Bürger sehr früh Bedenken anmelden, er selbst sehe sich dann als Mittler zwischen Rietheimern und Stadtverwaltung. Solch einen Ärger, wie jetzt bei den Baustellenumleitungen solle sich nicht wiederholen: „Das ist völlig aus dem Ruder gelaufen“, betont der 53-jährige Zimmerermeister. Nicht sehr gesprächig war die bisherige Ortsvorsteherin Gudrun Furtwängler. Ob sie wieder zur Ortsvorsteher-Wahl antritt und damit eine Kampfkandidatur in Kauf nimmt, möchte sie zuerst „intern beraten“.

Hat noch nicht entschieden, ob sie wieder antritt: die bisherige Ortsvorsteherin Gudrun Furtwängler.
Hat noch nicht entschieden, ob sie wieder antritt: die bisherige Ortsvorsteherin Gudrun Furtwängler. | Bild: Stadt VS

Obereschach

Klaus Martin, bisher Ortsvorsteher, kann sich freuen. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende wurde nicht nur in den Gemeinderat gewählt, sondern er erhielt auch mit 1034 Stimmen die mit weitem Abstand höchste Stimmenzahl des Ortschaftsrats. Martin wird sich auch als Ortsvorsteher wieder zur Verfügung stellen, und er sei zuversichtlich, dass er gewählt wird, vor allem weil im Vorfeld die Freien Wähler signalisierten, ihn mitzutragen. Wichtige Themen sind unter anderem die Erschließung eines Baugebiets und eine Entlastung des Orts vom Verkehr.

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Tannheim

In Tannheim traten die Kandidaten von CDU und Freien Wählern erstmals nur auf einer, der einzigen Liste, an, weil Parteien auf dem Dorf keine so große Rolle spielten, begründet es die bisherige Ortsvorsteherin Anja Keller. Keller gewann deutlich mit 623 Stimmen. Wegen der einen Liste konnte nur eine Stimme vergeben werden – das erklärt den Rückgang im Vergleich der 2014-Wahl, als noch kumuliert wurde und sie über 1000 Stimmen sammelte. Keller wird sich wieder zur Wahl stellen. Die 43-Jährige ist seit 20 Jahren im Ortschaftsrat und wird sich dafür einsetzen, Kindergarten, Schule und Freibad zu erhalten.

Pfaffenweiler

Mit einem überzeugenden Vorsprung steht der bisherige Ortsvorsteher Martin Straßacker an der Spitze: 2252 Stimmen erhielt er, knapp drei Mal soviel wie der Zweitplatzierte: „Ich bin selbst überrascht“, sagt er. Der Christdemokrat wird wie angekündigt zur Ortsvorsteher-Wahl antreten und hat das Votum der Bevölkerung im Rücken. Wichtige Themen im Ort sind der Vorhof zur Halle und die Halle selbst.

Marbach

Diana Kern-Epple zieht für die CDU erstmals in den VS-Gemeinderat ein. Außerdem ist die bisherige Ortsvorsteherin mit klarem Abstand Spitzenreiterin (1560 Stimmen) in Marbach. Sie ist aktuell im Urlaub, hat aber signalisiert, dass sie wieder antreten wird. Die CDU stellt die stärkste Fraktion.

Weilersbach

Die bisherige Ortsvorsteherin Silke Lorke (CDU) erhielt in Weilersbach mit Abstand die meisten Stimmen (1229). Sie wird sich wieder zur Wahl stellen und sieht sich auch durch das Votum der Weilersbacher bestärkt. Drei Wünsche hat sie für den Ort: das neue Feuerwehrgebäude, ein neues Baugebiet und einen neuen Kreisel zur Straße zur Zolltafel.

Weigheim

In Weigheim dominiert die Bürgerliste. Die bisherige Ortsvorsteherin Ursula Mosbacher tritt wieder an. Wichtige Themen sind hier ein Baugebiet sowie die Sanierung von Straßen.

Mühlhausen

Mühlhausen mit einer Bürgerliste wählt keinen Ortsvorsteher, sondern hat einen Bezirksbeirat, dessen Vorsitzender der Oberbürgermeister ist.

Herzogenweiler

Die kleinste Ortschaft hat nur Einzelkandidaten. Hier gewann Andreas Neininger. In nächster Zeit wird sich entscheiden, wer zur Wahl des Ortsvorstehers antritt.