Unter dem Titel „Sammelleidenschaft. Hobbysammler in Villingen-Schwenningen„ gewähren fünf Sammler Einblick in ihre privaten Schatzkammern. Zu sehen ist die Sonderausstellung im Kreuzgang des Franziskanermuseums noch bis zum 27. Oktober.

Rainer Hils mit einer sehr seltenen, vergoldeten Leica-Kleinbildlkamera aus dem Jahre 1938..
Rainer Hils mit einer sehr seltenen, vergoldeten Leica-Kleinbildlkamera aus dem Jahre 1938.. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Sammeln statt wegwerfen sowie Bewahrung von Kulturgut – darum geht es den Sammlern. Und hinter jedem einzelnen Sammlerstück stecken immer mindestens zwei Geschichten. Zum einem ist dies die Geschichte des Objektes selbst, aber immer auch eine Geschichte, wie der jeweilige Sammler dazu gekommen ist. Und noch eines haben sie alle gemeinsam: „Alle Sammler haben zuhause noch wesentlich mehr Sammler-Objekte, als sie hier bei uns zeigen können“, erklärt Peter Graßmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums.

Rund um den FC 08

Bereits zum dritten Mal präsentiert das Museum solch eine Sonderausstellung. „Die Hobbysammler sind meistens große Experten in ganz speziellen Nischen-Themen, die wir als Museum so gar nie alle abdecken könnten“, so Graßmann. So sammelt der Villinger Manfred Hildebrandt alles rund um den FC 08. In seiner Vitrine finden sich neben vielen Zeitdokumenten rund um den Verein auch Fotos von den frühen Spielplätzen, vom Hubenloch über die Schützenwiese bis hin zur Sebastian-Kneipp-Straße. Er unterstützt auch immer wieder Schulen, wenn die ihren Schülern zeigen wollen, wie es früher einmal in Villingen ausgesehen hat oder wofür Firmennamen wie Saba, Kaiser-Uhren oder Kienzle einstmals standen.

Wolfgang Duffner ist besonders stolz auf seinen Binnenschiffer-Knopf aus dem Jahre 1750.
Wolfgang Duffner ist besonders stolz auf seinen Binnenschiffer-Knopf aus dem Jahre 1750. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Auch Wilfried Steinhart ist kein Unbekannter in Villingen. Für diese Ausstellung hat er seine Sammlung mit Griffelkästen mitgebracht. Die brauchten alle Schüler in Zeiten, als noch auf Schiefertafeln geschrieben wurde. Steinharts Urgroßvater hatte 1881 im württembergischen Dettingen die erste und einzige Schiefertafelfabrik in Baden Württemberg gegründet. Diese wurde bis 1964 von seinem Vater weiter betrieben und so fühlt sich der Sammler bis heute der Schiefertafel und ihrem Zubehör verbunden.

Fotografieren wie anno dazumal

Auch Rainer Hils kommt aus Villingen und hat sich unter anderem dem Sammeln von alten Fotoapparaten verschrieben. In seiner Vitrine findet sich ein Querschnitt der analogen Foto-Technik, von einer Balgenkamera aus dem Jahre 1903 über Plattenkameras bis hin zu den ersten Kleinbildkameras. Auch das notwendige Zubehör wie Belichtungsmesser und Objektive gehören zu dieser Sammlung, genau so wie die ersten Schmalfilmkameras.

Wilfried Steinhart ist in einer Schiefertafelfabrik aufgewachsen und sammelt seit dem unter anderem auch alte Griffelkästen, wie diesen hier aus dem Jahre 1900.
Wilfried Steinhart ist in einer Schiefertafelfabrik aufgewachsen und sammelt seit dem unter anderem auch alte Griffelkästen, wie diesen hier aus dem Jahre 1900. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Ein komplett anderes Spektrum der Sammelleidenschaft deckt Wolfgang Duffner aus Horgen ab. Er sammelt Knöpfe, von denen er inzwischen über 4000 Stück aller Art sein eigen nennt. Bei der Bestückung seiner Vitrine im Franziskaner hat er sich aber auf die seltenen Knöpfe beschränkt, wie sie früher jede Handwerker-Zunft herausgegeben hatte. Ganz besonders stolz ist er auf einen Knopf der Binnenschiffer-Zunft. Dieser stammt aus dem Jahre 1750 und weltweit gibt es davon nur noch drei bekannte Exemplare.

Ebenfalls sehenswert ist die Vitrine von Reinhold Liebermann. Er hat sich bei seiner Sammelleidenschaft auf religiöse Volkskunst spezialisiert.