Organisiert und angemeldet wurde die Demonstration von Daniel Weber (18) und Alexander Lehr (17). Die beiden Schüler der Feintechnikschule unterstützen damit das europaweite Aktionsbündnis SaveTheInternet, das am 23. März in vielen europäischen Städten und Metropolen Demonstrationen organisiert. "Wir haben die Demonstration vor einen Monat angemeldet, am, letzten Donnerstag ist die Genehmigung der Stadt gekommen", so die Organisatoren. Am Donnerstag waren die beiden in Villingen unterwegs, um mit Verteilzetteln für die Veranstaltung zu werben.

Die Demo-Teilnehmer kritisieren vornehmlich die so genannten Upload-Filter, die Urheberrechtsverstöße bereits bei der Veröffentlichung erkennen und blockieren sollen. So sieht es der Gesetzentwurf vor, über den Ende März im Europaparlament abgestimmt wird.

Weber und Lehr befürchten, dass darunter die Vielfalt im Internet leiden könnte und vor allem große Internetkonzerne davon profitieren würden. Daher möchten sie sich für ein freies Internet einsetzen.

Geplant sind auch Redebeiträge über ein Mikrofon. Laut den Organisatoren will sich auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Marcel Klinge beteiligen.

Darum geht's

Urheberrechtsreform: Zeitungsverlage, Autoren, Plattenfirmen und andere Rechte-Inhaber erstellen unter teils großem Aufwand Inhalte, die online verbreitet werden – verdienen daran mitunter aber wenig. Das soll sich durch die Reform ändern. Suchmaschinen wie Google dürfen Artikelausschnitte nicht mehr ohne Weiteres in den Suchergebnissen anzeigen. Vielmehr sollen sie Verlage um Erlaubnis bitten und gegebenenfalls dafür zahlen. Zum anderen werden Plattformen wie YouTube stärker in die Pflicht genommen. Geschützte Werke müssen lizenziert werden, bevor sie im Internet landen.

Das sagen die Verlage: Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger begrüßen den Gesetzentwurf. Die neue Regelung biete Verlagen erstmals die Chance, mit den großen Internet-Plattformen über die Nutzung ihrer Inhalte zu einem fairen Preis zu verhandeln. Es sei eine große Chance für unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära.

Kritik: Umstrittene Punkte sind vor allem das Leistungsschutzrecht sowie die Umsetzung einer Lizenzierung urheberrechtlich geschützter Inhalte und die dadurch nötigen Upload-Filter. Gegner der Reform befürchten, dass Filter auch legale Inhalte wie Parodien oder Zitate blockieren und so die freie Meinungsäußerung einschränken. Gegner argumentieren, dass vornehmlich große Verlage von der Reform profitieren werden. (dpa)

Einen ausführlichen Bericht, der viele Aspekte der aktuellen Diskussion aufgreift und erklärt, können Sie hier nachlesen:

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Vor einigen Tagen habe wir uns auch mit Gegnerin Jessica Milbradt aus Villingen zum Thema unterhalten. Den Bericht und ein Podcast gibt es im folgenden Artikel:

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