VS-Rietheim – Für so viel Gesprächsstoff hat in der jüngsten Vergangenheit kaum eine Straßsanierung gesorgt, wie die in Rietheim. Aufgrund der umfassenden Bauarbeiten ist derzeit kein Durchkommen von Rietheim nach Marbach und umgekehrt.

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Damit ist auch der kurze Weg in die Stadt über die Kreisstraße K 5714 abgeschnitten, der kurz nach der Rietheimer Ortsausfahrt nach Villingen abzweigt. Anwohner und Pendler müssen über Pfaffenweiler oder Brigachtal ausweichen.

Viele Autofahrer sehen das nicht ein und schlängeln sich lieber über die Douglasienstraße, Überruckweg und Höchtenstraße durch das Wohngebiet zur alten Villinger Straße, die nach rund 400 Metern wieder auf die Kreisstraße mündet. Doch dieser Schleichweg ist für den Verkehr gesperrt. Nur Busse dürfen auf der nur 4,50 Meter engen Straße verkehren.

Bild: Hans-Juergen Goetz

Viele Autofahrer ärgern sich über die langen Umwege. Anwohner schimpfen über Durchgangsverkehr, Lastwagen und zu schnelle Fahrer. Eltern fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder, die die Strecke als Schulweg mit dem Fahrrad nutzen.

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Fast täglich melden sich Bürger mit unterschiedlichsten Standpunkten bei der SÜDKURIER-Redaktion, so auch am Mittwoch. „Auf der Straße gilt nun Tempo 20 anstatt Tempo 30. Und jetzt wird auch noch geblitzt“, kann zum Beispiel ein Leser aus Überauchen nicht verstehen. „Das stimmt“, bestätigt Stadtsprecherin Oxana Brunner auf SÜDKURIER-Nachfrage.

Drei Mal seien Mitarbeiter des Ordnungsamtes in den letzten Tagen vor Ort gewesen, um die Straße zu sperren und Falschfahrer zu informieren. Verwarnungen gab es keine. Diese Kulanzzeit ist jetzt aber vorbei. Seit Dienstag finden Tempo-Kontrollen statt. Das sei einfach der nächste Schritt. Man könne nicht rund um die Uhr Mitarbeiter vor Ort postieren.

Bild: Hans-Juergen Goetz

Es gehe hier schließlich auch um die Sicherheit der Menschen. „Wenn etwas passieren würde, wäre das fatal“, so Brunner. Sie stellt auch klar, dass die angesprochene 30er-Zone am Ortsschild ende und nicht geändert wurde. „Auf der alten Villinger Straße gibt es normalerweise kein gesondertes Tempolimit.“

Bild: Hans-Juergen Goetz

Für die Zeit der Baustelle sei hier jedoch Tempo 20 eingerichtet worden, um die Sicherheit zu erhöhen. Daran müssen sich nun alle halten, auch die, die dort eigentlich gar nicht unterwegs sein dürften. Das Limit gelte natürlich auch für den Busverkehr, so Brunner. Wer auf der gesperrten Strecke zu schnell unterwegs ist, muss mit zwei Bußgeldern rechnen. „Beide Verstöße werden geahndet“, erklärt Brunner.

Das bringt Unternehmer Boris Petek in Rage. Er berichtet, dass viele seiner 30 Mitarbeiter bereits geblitzt wurden. Er kann nicht verstehen, dass es in dieser Ausnahmesituation nicht wenigstens für Anwohner eine Ausnahmeregelung gibt.

Rund 15 Minuten mehr Zeit benötigt er pro Fahrt. Zudem sei die Strecke schlecht beschildert. Das grenze an Wegelagerei. „In Italien kommen Autofahrer auch auf viel schlechteren Straßen aneinander vorbei“, sagt er. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme und weniger Bürokratie sei das doch auch hier für eine absehbare Zeit möglich, schlägt er vor.

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