Es kommt jedes Jahr so völlig überraschend so ein Wintereinbruch im Schwarzwald. Schnee auf den Straßen bringt doch einen Autofahrer, der in diesen Breitengraden aufgewachsen und seinen Führerschein gemacht hat, nicht wirklich ins Schleudern. Wenn man allerdings auf Verkehrsteilnehmer trifft, die offensichtlich leichte Panik bei jeder Schneeflocke befällt, gilt es, Ruhe zu bewahren.

So beispielsweise, wenn man auf der Bertholdstraße stadtauswärts Richtung Gaskugel fährt. Den winterlichen Verhältnissen und der Schneeschicht auf der Straße angepasst, ist man mit 60 Kilometer pro Stunde und selbst bei dieser nicht gerade halsbrecherischen Geschwindigkeit muss man abrupt abbremsen, weil ein Autofahrer in einem nicht gerade kleinen Gefährt, das auch noch über einen wintertauglichen Vierrad-Antrieb verfügt, mit gerade mal 30 Stundenkilometern vor sich hin tuckert. Also schleicht man hinterher und verkneift sich ein Fluchen, bringt ja eh nichts.

Einige Zeit später auf der B 27 dann das andere Extrem: Mit vollem Karacho biegt ein Autofahrer an der Auffahrt Schwenningen Messe auf die B 27 Richtung Bad Dürrheim ab. Auf der matschigen Fahrbahn kommt der Wagen ins Schleudern und nur mit Mühe gelingt es dem Fahrer das Auto wieder unter Kontrolle zu bringen. Um einem Zusammenstoß zu entgehen war ein beherztes Ausweichmanöver notwendig und so ist man froh, wenig später Tuttlinger Gemarkung zu erreichen, denn: Im Nachbarkreis sind die Straßen wesentlich besser geräumt und nahezu schneefrei; so bleibt der Rest der Autofahrt bis Tuttlingen stress- und vor allem auch unfallfrei.

Das wird von Stadtoberen ja auch gerne mal auf die geringeren Schneefälle zurückgeführt, aber tatsächlich scheint es an einem lückenloseren Räumdienst zu liegen. Warum aber Autofahrer immer wieder so extrem auf winterliche Verkehrsverhältnisse reagieren, lässt einen staunen. Wie gesagt, wir leben ja hier im Schwarzwald und nicht in Freiburg oder Konstanz, wo Autofahrer Schnee nur als Skifahrer zu kennen scheinen.