Gibt es ihn, den schönen Garten, der wenig arbeitsintensiv ist, in dem sich Bienen und Insekten genauso wohl fühlen wie Kinder, in dem man sich erholen als auch gärtnern kann? Beate Meier, diplomierte Gartenbauingeneurin in Königsfeld, hat die Antwort parat: "Ich würde einen solchen ratsuchenden Kunden zuerst einmal fragen, wie genau sehen denn die Befürchtungen und Hoffnungen zum Thema Garten aus?".

Die Befürchtungen, so weiß sie aus Erfahrung, beziehen sich dann meist auf Unkraut, Schnecken und die fehlende Zeit für die Gartenarbeit. "Dann versuche ich, die Ängste vor dem Gärtnern zu mindern und die Lust daran zu wecken", so Beate Meier. Denn das Säen und Ernten, so versichert sie, liege bei den meisten Menschen als ureigenste Fähigkeit zugrunde.

Ordnung ist die halbe Miete

Wer jedoch nicht sehr viel Zeit erübrigen kann, dem rät sie ganz grundlegend im Garten zu Ordnung, genau wie man das auch in der eigenen Wohnung hält. "Es hilft sehr, den Garten in Ökonomieteil, Spielbereich, Kräutergarten und Ruhezone einzuteilen", verdeutlicht Meier.

Und hier wie dort verschafft Ordnung Überblick und Klarheit. "Ordnung im Garten ist was für Faule", bringt es Meier augenzwinkernd auf den Punkt. Viele verschiedene Pflanzen auf einer Fläche beispielsweise mögen auf den ersten Blick schön wirken, erschweren jedoch die Jätarbeit.

Pflegeleichter ist es, größere Flächen mit je einer Pflanzenart anzustreben. Das, so verspricht Beate Meier, schaffe Übersicht und erziele eine schöne Flächenwirkung. Vor allem jedoch sei es beim Gärtnern wichtig, nicht gegen die Natur zu arbeiten.

"Die beliebten Bienenweiden sind optisch und ökologisch zwar fantastisch, bedürfen jedoch sorgfältiger Bodenvorbereitung", so Beate Meier
"Die beliebten Bienenweiden sind optisch und ökologisch zwar fantastisch, bedürfen jedoch sorgfältiger Bodenvorbereitung", so Beate Meier | Bild: Uwe Spille

Um sich Problem zu ersparen, muss man auch den richtigen Standort für Pflanzen wählen. "Wer Bambus an einem sonnigen Platz anpflanzt muss sich nicht wundern, wenn dieser im Winter vertrocknet", so Meier. Auch die Wahl resistenter Sorten und klein bleibender Arten spare viel Arbeit beim Pflanzenschutz oder Gehölzschnitt ein.

Wer Bienen helfen möchte, sollte Pflanzen mit offenen Blüten bevorzugen, die für Insekten gut zugänglich sind. "Die beliebten Bienenweiden sind optisch und ökologisch zwar fantastisch, bedürfen jedoch sorgfältiger Bodenvorbereitung", erklärt Meier. Und die Pflege verlangt viel, stark samende Blumen sollten kurz vor der Samenreife geerntet werden, um nicht Überhand zu gewinnen.

Vor begrenzten Problemecken im Garten sollte man jedoch keine Angst haben. "Ein Kinderzimmer darf ruhig chaotisch sein", verdeutlicht sie am Bild der Wohnung. In solchen "Naturnahen Zonen" sollte man sich neben Akelei oder Blutweiderich auch über Brennnesseln freuen, welche dem Gartenfreund viele Schmetterlinge bescheren.

Apropos Kinder: Natürlich sollte ein Sandkasten nicht fehlen. Kinder haben im Allgemeine viel Spaß am Garten, im Herbst gesetzte Blumenzwiebeln erstaunen im Frühling, an der Sonnenblume verblüfft das Wachstum, selbst gezogenes Gemüse schmeckt dazu auch noch lecker.

Und die Angst vor dem Rosen-, Gehölz- oder Heckenschnitt nimmt Beate Meier ganz pragmatisch. "Da holt man sich eben einmal im Jahr einen Gärtner zur Hilfe". Dann jedenfalls steht der Erholung im eigenen Garten nichts mehr im Wege.

Spinat wächst auch in mit Erde gefüllten Bauwannen, wie bei Ariane Will vor der Hauswand. Und im Sommer dann Tomaten.
Spinat wächst auch in mit Erde gefüllten Bauwannen, wie bei Ariane Will vor der Hauswand. Und im Sommer dann Tomaten. | Bild: Uwe Spille
August Bäuerle in seinem kleinen Garten mit dem großen Mammutbaum, den er als Schössling vor 40 Jahren pflanzte.
August Bäuerle in seinem kleinen Garten mit dem großen Mammutbaum, den er als Schössling vor 40 Jahren pflanzte. | Bild: Uwe Spille

Tipps vom Kleingärtner

Für August Bäuerle, der seit vielen Jahren in der Kleingartenanlage am Warenbach eine etwa 300 Quadratmeter große Fläche gepachtet hat, ist gärtnern kein Hexenwerk.

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Und etwas Schmackhaftes selbst anzubauen, das, so versichert Bäuerle, gehe fast überall – man muss nur ein paar Dinge beachten:

Zunächst sollte man keine Angst davor haben, dass man damit zu viel Zeit verbringen könnte. "Stangenbohnen und Tomaten beispielsweise machen nicht viel Arbeit und bringen Ertrag", erzählt Bäuerle. Die könne man, wenn partout kein Platz ist im Garten, auch in einer Bauwanne vor der Hauswand ziehen.

Und Kartoffeln lassen sich im eigenen Garten auf relativ wenig Fläche anbauen. Genau wie Beeren. "Die gehen immer", sagt Bäuerle. Wer Kinder hat, davon ist er überzeugt, tue diesen einen großen Gefallen, wenn man ein Gemüsebeet anlegt. Karotten, Kohlrabi, Radieschen, "Denen kann man beim Wachsen zusehen und sie bald ernten. Und die schmecken Kindern ganz anders als gekaufte Ware", bringt es August Bäuerle auf den Punkt.

Vor allem aber bringt die Zeit im Garten viel Erholung mit sich. Für Bauerle gilt daher: "Wenn man das Gärtnern weniger als Arbeit, sondern als Urlaub ansieht, dann sieht man alles mit anderen Augen."