Manchmal kann sich ein Ehrenamt zu einer Vollbeschäftigung auswachsen. So wie bei Ralf Hofmann, der seit geraumer Zeit als stellvertretender Kommandant der Gesamtstädtischen Freiwilligen Feuerwehr die Geschäfte kommissarisch, dafür aber ehrenamtlich leitet. Nach dem Abgang des hauptamtlichen Kommandanten Ben Bockemüller im Juni letzten Jahres war zwar von Seiten der Verwaltung nach einem neuen gesucht worden.

Doch auch nach dem 31. März, bis zu dem die neuen Bewerber sich vorstellen sollten, wird es wohl nach Aussage von Oberbürgermeister Jürgen Roth erst einmal keinen geeigneten Kommandanten geben. Und so wird Ralf Hofmann auch weiterhin seinen Kopf hinhalten und einen bis zu 14 stündigen Arbeitstag ablegen müssen.

Geehrt vom stellvertretenden Kreisbrandmeister

Denn das Ehrenamt ist zwar von Ehren, aber von der Ehre allein kann kein Mensch leben. Auch ein noch so fleißiger ehrenamtlich schaffender Ralf Hofmann muss ganz geregelt seiner Arbeit nachgehen, damit das Essen auf den Tisch kommt. Immerhin hat so viel bescheiden auftretende Einsatzbereitschaft, die weit über die 100 Prozent hinausgeht nun dazu geführt, dass Ralf Hofmann eine ganz besondere Ehrung zuteilwurde.

Zwar attestierte ihm der stellvertretende Kreisbrandmeister Reinhold Engesser einen "echten Vogel", wie dieser es wörtlich ausdrückte. Denn, so Engesser, ohne einen solchen könne man ja gar nicht seine komplette Freizeit opfern für den Dienst am anderen. Zugleich bescheinigte Engesser ihm Häuptlingsqualitäten.

Ralf Hofmann (links im Bild) ist ganz gerührt und die Bescheidenheit in Person, als er von Kreisbrandmeister Reinhold Engesser, energisch auf die Schulter klopfend, für seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz als kommissarischer Kommandant der städtischen Feuerwehr mit dem Titel Hauptbrandmeister geehrt wird. Oberbürgermeister Jürgen Roth freut sich mit. Kostet ja auch nichts. Bild: Spille
Ralf Hofmann (links im Bild) ist ganz gerührt und die Bescheidenheit in Person, als er von Kreisbrandmeister Reinhold Engesser, energisch auf die Schulter klopfend, für seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz als kommissarischer Kommandant der städtischen Feuerwehr mit dem Titel Hauptbrandmeister geehrt wird. Oberbürgermeister Jürgen Roth freut sich mit. Kostet ja auch nichts. | Bild: Spille

Denn ein Häuptling mache auch weiter, wenn andere längst schon aufgegeben hätten. Dafür wurde Hofmann nun zum leitenden Hauptbrandmeister ernannt. Der so Geehrte war sichtlich überrascht und auch gerührt. Was ihm zusätzlich gut zu Gesicht stand. Wobei man ihm dringlichst wünschen kann, dass die Verwaltung endlich mal in die Pötte kommt und einen Kommandanten an Land zieht, der die Geschäfte hauptamtlich leitet.

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Auch wenn die ehrenamtliche Lösung natürlich wesentlich lukrativer für die Stadt ist, da sie damit richtig Geld spart und ein Ehrenamt nun mal nicht viel mehr als ein paar lobende Worte kostet. Und Vögel auch mal einfach erschöpft von der Stange fallen können.