Die Villinger Feuerwehr suchte sich für ihre Hauptprobe ein besonders verzwicktes, weil verzweigtes Übungsobjekt aus. Auf die Einsatzkräfte warteten im Innern so manche Überraschung.

Das Textobjekt im Herzen der Stadt Villingen.
Das Textobjekt im Herzen der Stadt Villingen. | Bild: Sprich, Roland

Von außen macht das ehemalige Modehaus Haux an der Ecke Obere Straße / Rietstraße direkt auf dem Marktplatz nicht den Eindruck, als ob es eine besondere Herausforderung für die Feuerwehr sein würde. Das vierstöckige Gebäude ist von zwei Seiten gut zugänglich, mit der Drehleiter könnten Personen von außen durch die großen Fenster gerettet werden.

Schmale Gassen: Feuerwehrleute müssen ihre Ausrüsung schleppen.
Schmale Gassen: Feuerwehrleute müssen ihre Ausrüsung schleppen. | Bild: Sprich, Roland

Die Tücken liegen im Detail und verbergen sich im Gebäudeinnern, wie Einsatzleiter Robert Friedrich erläutert, der die Übung ausgearbeitet hat. „Da geht man Treppen im Treppenhaus hoch und steht plötzlich vor einer zugemauerten Wand und muss den ganzen Weg wieder zurück“, verriet er einige der Tücken, mit denen die Einsatzkräfte zu kämpfen hatten.

Übung: Gerettete Personen werden von Helfern des Roten Kreuzes versorgt.
Übung: Gerettete Personen werden von Helfern des Roten Kreuzes versorgt. | Bild: Sprich, Roland

Das ehemalige Modehaus wurde aus mehreren Häusern zu einem Komplex zusammengeführt. Nahezu der gesamte Innenraum ist aus Holz, Brandschutzwände gibt es nicht. Zudem war das Treppenhaus nur über die schmale Kaufhausgasse im rückwärtigen Bereich des Objekts zugänglich. Zu schmal für die großen Feuerwehrfahrzeuge, was bedeutete, dass die Einsatzkräfte ihr Einsatzmaterial etliche Meter zu Fuß tragen mussten.

Hilfe naht. Ein Feuerwehrmann kbeweist sich als Fassadenkletterer.
Hilfe naht. Ein Feuerwehrmann kbeweist sich als Fassadenkletterer. | Bild: Sprich, Roland

Das schnelle Eindämmen eines Brandes wäre auch aufgrund der direkt angrenzenden Nachbargebäude in der Innenstadt notwendig, um ein Ausbreiten eines Brandes zu verhindern. Im Ernstfall wäre ein Brand in diesem Gebäude deswegen ein Horrorszenario für die Feuerwehr.

Notarzt und Sanitäter kümmern sich um eine aus dem Gebäude gerettete Person.
Notarzt und Sanitäter kümmern sich um eine aus dem Gebäude gerettete Person. | Bild: Sprich, Roland

Um den zahlreichen Zuschauern den Übungsablauf deutlich zu demonstrieren, agierten die Einsatzkräfte deutlich langsamer als es im Ernstfall der Fall wäre. Bereits die Anfahrt der Feuerwehrautos, die mit Blaulicht und Martinshorn von drei Seiten auf das Übungsobjekt zukamen, war, auch aus Sicherheitsgründen, mit reduzierter Geschwindigkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Um die Aufgabe für die rund 75 Feuerwehrleute noch zusätzlich zu erschweren, wurde eine Einsatzzeit von 21.30 Uhr angenommen. Das bedeutete, dass der Fokus neben der Menschrettung und Brandbekämpfung auf den Aufbau einer ausreichenden Beleuchtung gelegt werden musste.

Mit der Drehleiter werden die Personen aus den oberen Stockwerken gerettet.
Mit der Drehleiter werden die Personen aus den oberen Stockwerken gerettet. | Bild: Sprich, Roland

In die Übung involviert waren auch 15 Jugendliche der Jugendfeuerwehr. Zudem unterstützte das Rote Kreuz die Übung mit 20 Sanitätern, zwei Notärzten und einem Organisatorischen Leiter. Die DRK-Helfer versorgten die „Verletzten“, die von den Einsatzkräften per Drehleiter oder mit Schiebe- und Steckleitern aus den oberen Stockwerk gerettet oder von Atemschutzträgern im künstlich verqualmten Gebäude ausfindig gemacht und gerettet wurden.