Nein, Layla Stollbert entspricht so gar nicht dem in Jana Scheerers Buch „Mein innerer Elvis“ dargestellten Klischee des 15-jährigen Mädchens Antje, das auf der Suche nach dem eigenen Ich ist. Denn die Hauptdarstellerin in dem Theaterstück, das die Theater AG des Gymnasiums am Hoptbühl in diesen Tagen auf die Bühne des Villinger Theaters am Turm gebracht hat, ist – anders als im Buch dargestellt – nicht klein und pummelig, sondern groß und schlank. Aber das ist auch schon der einzige Unterschied, denn Layla Stollbert schlüpft augenscheinlich gerne und auf der Bühne überzeugend in die Rolle der Antje, die von der Gewissheit getrieben ist, dass Elvis seinen Tod nur vorgetäuscht hat und dass er lebt. Sie trampt nach Graceland, um dort ihr Idol zu treffen.

Ein Star wie Elvis – die Schüler haben's im Blut.
Ein Star wie Elvis – die Schüler haben's im Blut. | Bild: Rüdiger Fein

Zwar kann das Theaterstück die Tiefe des Buches nicht erreichen, aber die Darsteller überzeugen jeder für sich in seiner Rolle. Der cholerische Vater, dargestellt von Alessio Niebann, der schon mal total aus der Rolle fällt, wenn es auf dem gemeinsamen Familienausflug nicht so läuft wie geplant, hat so gar kein Verständnis für die Allüren seines Sohnes und findet die Oma-Musik seiner Tochter nur affig. Die Mutter, von Beruf Therapeutin, wird ebenso perfekt von Elisa Griem auf die Bühne gebracht. Sie überzeugt durch ihre klischeehaften Einwürfe, mit denen sie alle Allüren des gemeinsamen Sohnes entschuldigt und als prozessbedingt erklärt. Die Elvis-Verliebtheit ihrer Tochter hingegen analysiert sie als die gesunde Vorstufe einer tatsächlichen sexuellen Beziehung und stößt mit ihren Einschätzungen nicht immer auf das Verständnis ihres Mannes.

So werden Alltagsverhalten und Selbstsuche der beiden Kinder zum Mittelpunkt einer ganz normalen Familiengeschichte. Verstärkt wird das Geschehen noch durch die Anwesenheit einer ehemaligen Austauschschülerin Nelly, die mit ihren unberechenbaren Einfällen und ihrer offensichtlichen Feindschaft gegenüber Antje für weitere Verwirrung und spannende Momente sorgt.

Inszeniert wurde dieses tiefgehende und zugleich komödienhafte Stück von Ulrike Merkle und Kathrin Seuthe. Auf der Bühne zu sehen und zu hören sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 11 des Gymnasiums am Hoptbühl. Die Theater-AG des Gymnasiums pflegt eine Kooperation mit dem Theater am Turm, weshalb die insgesamt drei Aufführungen auch auf die dortige Bühne verlegt wurden. Zwar finden immer wieder auch Aufführungen im Foyer der Schule statt, so Ulrike Merkle, aber der Aufwand, auf zwei Bühnen zu spielen, sei einfach zu groß.