Normalerweise ist Florian Schofer zu Ostern als Mesner aktiv und verbringt die Feiertage daneben mit der Familie – „ganz klassisch“, wie er sagt. In diesem Jahr muss der 26-Jährige wohl umdisponieren, denn gemeinsam mit seiner Schwester Anabell Schofer und Ricarda Hofmann organisiert er zum ersten Mal das Ostercafé am 21. April in der Sankt Fidelis-Gemeinde in Villingen.

Auf die Idee hierfür kamen die drei aktiven Gemeindemitglieder durch die Veranstaltung „Weihnachten mal anders“, die seit vier Jahren an Heiligabend angeboten wird – unter anderem vom Caritasverband. Im vergangenen Jahr haben sie dort zum zweiten Mal mitgeholfen. "Es gab so viel positives Feedback und das hat uns motiviert, es auch an Ostern auszuprobieren."

Unterstützer gefunden

Bei der Planung ihres Projekts haben sie schnell Unterstützer gefunden. Neben der Seelsorgeeinheit Villingen als Veranstalter, konnten sie den Maltester Hilfsdienst mobilisieren, der einen Fahrdienst für weniger mobile Teilnehmerinnen und Teilnehmer anbieten wird. Die Fahrdienstplätze, sowie alle weiteren Angebote sind kostenlos, betont Schofer. Er freue sich jedoch, wenn sich freiwillige Helfer und Kuchenbäcker fänden, die sich über die Homepage der katholischen Kirche Villingen anmelden könnten. Bei Kuchenspenden bräuchten sie aus rechtlichen Gründen inzwischen jedoch eine Liste aller Inhaltsstoffe, ergänzt er.

Für Florian Schofer ist es wichtig, dass das Ostercafé nicht nur Gemeindemitgliedern vorbehalten ist: "Eingeladen sind alle, egal ob evangelisch, katholisch oder konfessionslos, die den Feiertag nicht alleine feiern wollen." Die ersten Anmeldungen bestätigen, dass Bedarf bestünde, meint Schofer. Für die Unterhaltung beim Ostercafé sorgt Bärbel Brüderle von der Muettersproch-Gsellschaft mit einem Mundart-Vortrag zum Thema „Villingen, Erinnerungen wie es früher war“.

Auch Gesprächen mit und zwischen den Teilnehmern wollen die Organisatoren Raum geben und bei Interesse Gesellschaftsspiele anbieten. Schofer betont, man wolle hier flexibel bleiben, je nachdem wer sich für die Veranstaltung anmelde. "Sollten einige Kinder dabei sein, könnte es sein, dass wir noch eine kleine Ostereiersuche machen, was wir natürlich nicht machen, wenn der jüngste Teilnehmer 77 ist", scherzt er.

Für ihn persönlich hat das Ostercafé einen ganz ernsten Hintergrund, erklärt Schofer: "Es gibt einfach viele Menschen, die selbst mitten in der Stadt einsam und alleine sind. Und gerade Tage wie Ostern und Weihnachten sind emotional schon etwas Besonderes, auch wenn man sich im Alltag ganz gut eingerichtet hat mit der Einsamkeit."