Die EUTB (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) eröffnet ihre Beratungsstelle in Villingen, in Donaueschingen gibt es die Möglichkeit zur Außensprechstunde. Gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und basierend auf dem Bundesteilhabegesetz richtet sich das kostenfreie Beratungsangebot an Menschen mit Behinderung, deren Angehörige sowie an von Behinderung bedrohte Menschen. Die Betroffenen sollen im Sinne der Selbstverwirklichung ihr Potenzial für die Gesellschaft ausschöpfen und eine umfassende als auch individuelle Beratung erfahren. Träger der Einrichtung ist das Diakonischen Werk im Schwarzwald-Baar-Kreis.

  • Bedarf: 34 Millionen Euro hat der Schwarzwald-Baar-Kreis für die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen im Haushalt verankert, laut Landrat Sven Hinterseh einer der größten Haushaltsposten mit 1630 Leistungsempfängern. Zusätzlich existieren mit Einrichtungen wie der Caritas, dem Sozialverband VdK und einer Vielzahl weitere Leistungsträger mit Beraterfunktion für Menschen mit Behinderung ähnliche Dienste. „Eine berechtigte Frage also, ob wirklich ein weiteres Beratungsangebot vonnöten ist“, so Hinterseh bei der Eröffnungsveranstaltung im Abt-Gaisser-Haus, wo das neue Beratungsangebot in Villingen seine Dienste anbietet. Die EUTB sieht sich folglich als „vorgehaltener Baustein“ mit Vermittlungsfunktion zu beispielsweise weiteren Rehaträgern sowie individueller Beratung rund um die Themen Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Alltag. Bundesweit wird hierzu ein Netzwerk von knapp 500 Beratungsangeboten aufgebaut. Ein besonderes Güteprädikat erfährt das Angebot jedoch durch das sogenannte Peer Counseling, wonach neben den hauptamtlich Angestellten zusätzlich Betroffene von Betroffenen beraten werden. So profitieren die Betroffen von praktischen Einsichten und Erfahrungen aus erster Hand, wie sie ihre Situation optimieren können.
  • Das Angebot: Der Leistungskatalog der EUTB ist umfassend und reicht von Themen wie Wohnen, Inklusion und Frühförderung über Kindergeld, Rente und Pflegeversicherung bis hin zu rechtlicher Betreuung oder sämtlichen Fragen der Finanzen. Das komplette Angebot finden Interessierte online auf der Seite teilhabeberatung.de. „Noch konkreter, noch griffiger und noch individueller wollen wir beraten, damit Behinderte ein selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Leben führen können. Gleichzeitig wollen wir aber Realistisches von Unrealistischem trennen“, erklärt Michèle Godest, die als Beraterin in Villingen tätig sein wird. Parallel soll die Beratung unabhängig vom Träger, im dem Fall von der Diakonie, erfolgen. Als betroffene Berater stehen der EUTB in Villingen und Donaueschingen Elvira Demuth-Rösch vom Elternverein Mittendrin und Jürgen Mößner zur Seite. Demuth-Rösch als Mutter eines behinderten Kindes berät zur Inklusion von Kindern mit Behinderung, Mößner als Sehbehinderter weist profunde Erfahrung rund um die Themen Blindheit, körperliche Behinderung und Rollstuhl auf. In detaillierten Fragen zur Taubblindheit oder Hörsehbehinderung verweist die Villinger Einrichtung an die EUTB-Enrichtungen in Schramberg und Rottweil. „Wir haben bereits ein gut funktionierendes Netzwerk von Partnern im Kreis und wollen ergänzend und funktional im Entwicklungsprozess und Reifung von Behinderten hin zu einer uneingeschränkten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wirken“, so Godest weiter.
  • Die Akteure: Mit 22 Stunden in der Woche wird Michèle Godest im Abt-Gaisser-Haus, Schulgasse 23, für die EUTB beraten. Die offenen Sprechzeiten sind dienstags von 14 bis 18.30 Uhr und mittwochs von neun bis zwölf Uhr. Telefonisch sind Terminvereinbarungen und Gespräche unter 07721/2061662 möglich. Godests Pendant in Donaueschingen ist Birgit Mittermeier, die ihren Beratersitz mit 15 Stunden wöchentlich in der Schulstraße 13 bezieht. Die offenen Sprechzeiten in Donaueschingen sind donnerstags von 15 bis 18 Uhr. Telefonisch ist Mittermeier unter 0771/1587766 erreichbar. Jürgen Mößner berät vier Stunden in der Woche und Elvira Demuth-Rösch zwei Stunden wöchentlich. Die EUTB Stellen suchen gegen eine Aufwandsentschädigung stets nach Menschen mit Erfahrung um das Thema Behinderung, die in Beraterfunktion ihr Wissen an Betroffene weitergeben wollen.