Wenn die Heringsdörfler feiern, dann kann man sich in aller Regel auf ein anspruchsvolles Bühnenprogramm freuen. Diesem Anspruch ist der Verein erneut treu geblieben und hatte sich aufgemacht, den Superstar zu suchen. Dazu haben die Heringsdörfler eine hochkarätige Jury aufgeboten.

Letzte Hand an Dieter Bohlens (Patrick Beese) Outfit legt hier Eugenia Zhanabekov.
Letzte Hand an Dieter Bohlens (Patrick Beese) Outfit legt hier Eugenia Zhanabekov. | Bild: Rüdiger Fein

Dieter Bohlen, der Nuschelkönig, wurde überzeugend dargestellt von Patrick Beese; Annemarie Wendt gab die sanftmütige Sylvia Meiss, und Stefan Langer wechselte seine Hautfarbe, um in die Rolle von Bruce Darnell zu schlüpfen. Und dann ging es ab auf der Bühne im Fidelisheim, natürlich nicht, ohne, sich zuvor durch das Heringsdörfler-Lied in Stimmung gebracht zu haben.

Gut in der Koordination: Carsten Kleinfeld, Michael Yaud, Werner Betsch, Richard, Wolfgang Mischon und Ralf Krüger.
Gut in der Koordination: Carsten Kleinfeld, Michael Yaud, Werner Betsch, Richard, Wolfgang Mischon und Ralf Krüger. | Bild: Rüdiger Fein

Direkt vom Saal auf die Tanzbühne zog die Tanzgruppe M & Double U das Publikum schnell in den Bann und durfte nach dem Urteil der strengen Jury natürlich noch einmal wiederkommen. Lediglich der ewige Nörgler Dieter Bohlen wollte die Jungmädchentruppe an die Katzenmusik abgeben. Dass Keziah (Kesseia) Kellys Heringsdörflerlied besser sei als das Original, bescheinigte ausgerechnet Bohlen der Sängerin.

Das Publikum im Fidelisheim sparte nicht mit Beifall.
Das Publikum im Fidelisheim sparte nicht mit Beifall. | Bild: Rüdiger Fein

Die beiden Zauberer Carsten Kleinfeld und Michael Yaud sorgten für manche spannende Überraschung. Anschließend wurde es noch einmal besonders spannend, als die Kirchturmkrähen nach dem Motto "Wir sind wieder frei und zu haben" von neuartigen Scheidungsverfahren berichteten. Frank Thoma hatte als Ackermann einige logische Empfehlungen für den neuen Oberbürgermeister parat. Leider habe er den Abgabetermin für seine Bewerbung mal wieder versäumt, hoffe jetzt aber darauf, in acht Jahren die alten Plakate von Jürgen Roth übernehmen zu können.

Sie haben viel zu erzählen: Maria Thoma und ihre Handpuppe. Nicht immer sind es absolute Weisheiten, und beim Wortspiel um drei Namen muss man schon gewaltig aufpassen, um mitzukommen.
Sie haben viel zu erzählen: Maria Thoma und ihre Handpuppe. Nicht immer sind es absolute Weisheiten, und beim Wortspiel um drei Namen muss man schon gewaltig aufpassen, um mitzukommen. | Bild: Rüdiger Fein

Für die Fastnachtsumzüge hatte er eine revolutionäre Lösung parat: Der Umzug selber solle doch statisch aufgebaut werden – die Puppensammlung von Ingeborg Jaag in groß, so Ackermann. Und das Volk könne dann ungefährdet daran vorbeilaufen. So spare man sich die Wagenbegleiter, und die Pferde könne man ebenfalls stehend einsetzen.

Sind ihre Alten los und bereit für neue Abenteuer, die Kirchturmkrähen Cilly Faller, Sybille Kieninger, Johanna Pfauntsch, Hildegard Kajan, Lore Müler und Sabine Müller.
Sind ihre Alten los und bereit für neue Abenteuer, die Kirchturmkrähen Cilly Faller, Sybille Kieninger, Johanna Pfauntsch, Hildegard Kajan, Lore Müler und Sabine Müller. | Bild: Rüdiger Fein

Mit großem Applaus bedankte sich das Publikum immer wieder bei den Akteuren auf der Bühne, und mit der Bauchrednerin Maria Thoma und dem grandiosen Männerballett, dem es zwar etwas an Grazie fehlte, das aber durch gekonnte Koordination bestechen konnte, setzten die Heringsdörfler noch einmal programmatische Höhepunkte.

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Anschließend hatten Frank Thoma und Thomas Viebrans als das Päärle Villinger musikalisch noch einige Ratschläge für das Publikum im vollbesetzten Saal. Mit der Weisheit "Ich steh im Fettnapf drin, weil ich ein Seckel bin", verabschiedeten die beiden sich und machten Platz für das große Finale.