Aktuell ist es am Klosterhof ungemütlich, besonders viele Menschen sind dort auch nicht zu sehen. Das soll ab Februar anders werden. Dann ist das neue Jugendkulturzentrum fertiggestellt. Nur der neue Träger steht noch nicht fest. Der könnte in der Gemeinderatssitzung am 12. Dezember bestimmt werden. Das Jugendförderungswerk ist der einzige Kandidat, und vieles spricht dafür, dass der Verein mit dem Vorsitzenden Gunnar Frey auch die Mehrheit auf sich vereinen wird. Schon bereits jetzt plant das Jugendförderungswerk das erste Konzert: Crippled Black Phoenix, eine britisch-schwedische Rockband mit experimenteller Musik, soll dort am 7. April auftreten.

Schnell Erfahrungen sammeln

Die ersten Pläne – noch ohne Vertrag und Geschäftsführer – machen die überhaupt Sinn? Ja, sagt der Vorsitzende Frey: „Wir möchten die Einrichtung ja nicht ein halbes Jahr leer stehen lassen“, meint er, und es solle auch nicht zwei Jahre dauern, bis richtig was laufe. Neben dem Konzert, hier möchte das Jugendförderungswerk vor allem Erfahrungen sammeln, wie sich die Lärmentwicklung in dem neuen Gebäude gestalte und wie gut die Besucher den Veranstaltungsraum nutzen können, plant es noch eine Osterparty für Kinder: Zaubern, tanzen, Märchen erzählen und Ostereier suchen – das soll im April an neuer Stelle über die Bühne gehen. Bisher organisierte das Jugendförderungswerk die Veranstaltung entlang der Brigach, künftig soll sie in den Zentralbereich umziehen.

103 000 Euro Bewirtschaftungskosten

Doch zunächst muss der Gemeinderat zustimmen, nachdem der Jugendhilfeausschuss die Tischvorlage abschmetterte, weil einigen Mitgliedern wichtige Unterlagen fehlten. Die werden nun nachgereicht, und die Abstimmung am 12. Dezember nachgeholt, erklärte auf Anfrage OB-Referent Jörg Röber. Bei den Beratungen zum Haushaltsplan wurden auch schon die Bewirtschaftungskosten für die Einrichtung genannt: Sie betragen rund 103 000 Euro pro Jahr.

Mitglieder müssen zustimmen

Doch auch die Mitgliederversammlung des Jugendförderungswerks muss noch befragt werden, das soll am Mittwoch, 19. Dezember, geschehen. Erst wenn beide Gremien zugestimmt haben, kann sich der Vorstand auf die Suche nach einem Geschäftsführer machen. Die Stelle wird wohl ausgeschrieben, meinte Frey. Die Besetzung muss im Einvernehmen mit der Stadt erfolgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Geplant sind in dem neuen Haus der Jugend beispielsweise jugendkulturelle Veranstaltungen aus den Bereichen Musik, Tanz, Kunst und Theater, Vorträge und Diskussionen, Workshops, die Förderung der lokalen und regionalen Musikszene, die Schaffung von Auftrittsmöglichkeiten für Nachwuchskünstler oder die Bereitstellung von Bandproberäume, heißt es in der Leistungsbeschreibung für den Gemeinderat. In dem Gebäude wird der Jugendgemeinderat tagen. Außerdem kann der Veranstaltungssaal vermietet werden, zum Beispiel für Stufenpartys, wie Frey verdeutlichte. Hier werden die Abiturienten allerdings einen Betrag leisten müssen. Das jugendkulturelle Zentrum wird kein Stadtteiljugendtreff sein, betonte Frey. „Wir sind keine Konkurrenz zu den Jugendhäusern“, führte er aus. Das Gebäude werde daher auch nicht ab 14 Uhr öffnen, der Fokus liege auf dem Abend und den Wochenenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Einziges Manko nach Ansicht vieler: Das neue Gebäude liegt weit außerhalb der großen Stadtbezirke. Daher möchte die FDP einen Antrag einbringen, um die Radwege von Villingen und Schwenningen beleuchten zu lassen, bestätigte auf Anfrage FDP-Gemeinderat Marcel Klinge.