Villingen-Schwenningen – Sonnenschein, 22 Grad, dichter Verkehr in beiden Fahrtrichtungen auf der Schwenninger Stadteinfahrt beim Flugplatz. Die Menschen freuen sich bei Spätsommerwetter aufs Wochenende, während plötzlich am blendend-blauen Himmel ein Fluggerät in geringer Höhe außer Kontrolle gerät. In einem sogenannten Gyrocopter sitzt ein 60-Jähriger am Steuerknüppel, neben ihm ein 29-jähriger Co-Pilot. Ultraleicht-Fluggeräte werden aufgrund ihrer dreiflügeligen Rotoren landläufig als Hubschrauber bezeichnet, starten aber wie ein Flugzeug.

Die Maschine hatte schon abgehoben, als das Verhängnis in dem Kleinstflieger seinen Lauf nahm. Der Tragschrauber verlor nach Angaben von Augenzeugen plötzlich an Höhe, nachdem die Maschine eben erst abgehoben hatte und sich im Steigflug befand. Riesenglück für ganz viele Menschen auf der Schwenninger Stadteinfahrt: Der Gyrocopter krachte keine fünf Meter neben die dicht befahrene Hauptstraße. Das filigrane Fluggerät fing Feuer und brannte vollständig nieder, nur der Hauptrotor überstand die Flammen. Laut Polizei zogen zwei entschlossene Ersthelfer die Insassen aus der Maschine, indem sie eine Scheibe einschlugen. Nur deshalb entkamen die Insassen vermutlich dem Tod in den Flammen. Beim Flugplatz wurde vor allem die Frage nach der Ursache des Start-Problems diskutiert. Ein einheimischer Pilot sagte zum SÜDKURIER. „Wir haben ja bestes Flugwetter und fast komplette Windstille heute.“

Die Schwenninger Startbahn geriet vor knapp drei Jahren schon in die Schlagzeilen. Im August 2016 stürzte ein 75-Jähriger mit seinem Sportflugzeug auf eine Lagerhalle jenseits der Straße. Ortskundige Piloten sagen, der Start sei hier eigentlich einfach zu bewältigen. Vermutet wird nach diesen Erkenntnissen, dass ein Motorenproblem Auslöser des Unglücks gewesen sein könnte. Nach Polizeiangaben vom Freitagabend hatte der Pilot noch versucht, die Maschine zurück zum Flugplatz zu lenken.