Die Rechtspartei holte aus dem Stand 17,4 Prozent. Die Grünen wiederum wurden bei dieser historischen Wahl zur stärksten Kraft in der Stadt wie auch im Wahlkreis. Grünen-Kandidatin Martina Braun konnte gegen 20 Uhr jubeln. Sie hatte das Direktmandat im Wahlkreis gewonnen und zieht in den Landtag ein.

Nach der Wahlschlappe vor fünf Jahren endete der Wahlabend für die CDU dieses Mal geradezu desaströs. In Scharen sind ihr die Wähler zur AfD und zu den Grünen davongelaufen. Die Christdemokraten, die einst mit ihrem Wahlkreisabgeordneten Erwin Teufel in Villingen-Schwenningen die absolute Mehrheit holten oder knapp darunter blieben, verloren erdrutschartig 15,2 Prozent und liegen bei 25,1 Prozent. Das ist ein Niveau, auf dem sich bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren die SPD befand. Die CDU-Hochburg Villingen-Schwenningen existiert nicht mehr. Kleiner Trost: CDU-Kandidat Karl Rombach verlor zwar das Direktmandant, kann aber über das Zweitmandat in den Landtag einziehen.

Die SPD wiederum erlebte einen nicht minder schlimmen Abend. Sie verlor in der Doppelstadt mit 13,9 Prozentpunkten dramatisch, bleibt mit 10,9 Prozent gerade noch zweistellig und ist nur noch viertstärkste Partei. Zu den Siegern in der Doppelstadt gehört auch die FDP. Die Liberalen legten um 3,6 auf nunmehr 8,2 Prozent der Wählerstimmen zu. Die Linke hielt ihr Wahlergebnis von 2011 mit 2,6 Prozent.

villingenschwenningenstadt_55_4c

In Scharen waren die Wähler auch in Villingen-Schwenningen an die Urnen geeilt. Mit 64,2 Prozent lag die Wahlbeteiligung zwar unter dem Landkreis-Ergebnis von 68,5 Prozent, doch noch deutlich über dem Ergebnis von 2011, als nur 57 Prozent zur Wahl gingen.

Große Freude herrschte gestern Abend bei den Grünen, die in der Stadt VS und dem Wahlkreis stärkste Kraft wurden. Bei der Wahlparty im Café „Da Vinci“ im Steinbeißzentrum in der Villinger Gerberstraße brandete Jubel auf, als das Wahlkreisergebnis feststand. Die Grünen hatten die CDU abgehängt. „Ich hab's gehofft aber nicht gewagt, daran zu denken“, kommtentierte Martina Braun, die Biobäurin aus Linach, ihren Einzug in den Landtag.

Betrachtet man die Wahlergebnisse im Detail, so fällt auf, dass die AfD neben der Ortschaft Weigheim vor allem in den städtischen Bereichen in Villingen und in Schwenningen ihre jeweiligen Spitzenergebnisse erzielte und jeweils über 19 Prozent bekam. Die früheren Unterschiede in der Parteienlandschaft der großen Stadtbezirke sind mit dieser Umwälzung der politischen Kräfteverhältnisse kaum noch sichtbar. Dass Schwenningen einmal eine Hochburg der SPD war, lässt sich bei einem Ergebnis von 12,6 Prozent kaum noch nachvollziehen. Und die Christdemokraten: Sie lagen in den beiden großen Stadtbezirken sogar noch deutlich unter 25 Prozent: in Schwenningen bei 22,4 und Villingen bei 23,1 Prozent.

Einzig in den ländlichen Stadtbezirken konnte sich die CDU trotz kräftiger Verluste zum Teil als stärkste Kraft behaupten. So in Herzogenweiler (46,0), Weilersbach (37,6), Rietheim (35,4), Tannheim (31,3) und Pfaffenweiler (29,5). In den Stadtbezirken Villingen, Schwenningen, Weigheim, Marbach und als Spitzenergebnis VS-Mühlhausen (36,5 Prozent) wurden die Grünen die neue Nummer eins. Die SPD erzielte in Schwenningen mit 12, 6 Prozent ihr bestes Ergebnis, war aber in mehreren kleinen Ortschaften deutlich einstellig. In Herzogenweiler schafften die Genossen nicht einmal die Fünf-Prozent-Hürde und kamen auf 4,0 Prozent. Die AfD holte ihre besten Resultate in Weigheim und den großen Stadtbezirken.
 

Bilder vom Wahlsonntag: