Ein Team, zwei Schichten, 450 Wahlhelfer und 65 432 Wahlberechtigte bei der Kommunalwahl in Villingen-Schwenningen: Schon Monate vor dem 26. Mai, an dem auch noch die Europawahl stattfindet, arbeitet Deborah Schindler auf diesen Termin hin. Sie ist Wahlsachbearbeiterin im Haupt- und Personalamt der Stadtverwaltung und mit dafür verantwortlich, dass am Sonntag alles klappt. Wenn am Abend die Europawahl ausgezählt ist, am Montag oder möglicherweise auch erst am Dienstag die Gemeinde-, Kreis und Ortschaftsräte feststehen, und alles reibungslos über die Bühne gegangen ist, dann ist dies für Deborah Schindler das schönste Lob.

Der Ansturm auf die Briefwahl ist dieses Mal viel größer als 2014.
Der Ansturm auf die Briefwahl ist dieses Mal viel größer als 2014. | Bild: Hahne, Jochen

Managerin der VS-Wahlen sei sie nicht allein, sie sei Teil eines Teams, ohne die solch eine immense Aufgabe gar nicht zu bewältigen ist, betont die 33-Jährige. Dazu gehört natürlich der Chef, Amtsleiter Joachim Wöhrle, ihr Stellvertreter Alexander Fischer (39) und um die zehn Mitarbeiter. Das schwankt, je nachdem, ob Not am Mann sei, meint Schindler lachend. Dann stoßen zum Beispiel Auszubildende hinzu, um im Briefwahlbüro mitzuhelfen.

Bei der Briefwahl erhalten die Villingen-Schwenninger gleich ein ganzes Bündel an Unterlagen.
Bei der Briefwahl erhalten die Villingen-Schwenninger gleich ein ganzes Bündel an Unterlagen. | Bild: Hahne, Jochen

Zum Team gehören aber auch rund 450 Wahlhelfer für den Wahlsonntag. Für den Montag und Dienstag sind noch einmal 300 eingeteilt, die Ortschafts-, Stadt- und Kreisräte im Schwenninger Rathaus auszählen – manche sind auch an allen Tagen im Einsatz. Einige, die am Sonntag mitwirken, kennen sich bereits seit Jahren, berichtet Schindler. Sie sprechen sich ab, da wird auch schon einmal ein Kuchen mitgebracht. Von 8 bis 12.45 Uhr dauert die erste Schicht, ab 12.45 beginnt dann die zweite. Ab 17.45 kommt dann auch die Spätschicht hinzu, um beim Auszählen zu helfen. Reich werden die Wahlhelfer übrigens nicht: 50 Euro an Aufwandsentschädigung winken für den 26. Mai, städtische Mitarbeiter können auch einen freien Tag wählen.

Das könnte Sie auch interessieren

„Genauigkeit und Gründlichkeit“ gehören zu den wichtigsten Eigenschaften der Wahlhelfer. Jeder Schritt wird präzise dokumentiert – die Wahlzettel werden sogar fünf Jahre – bis zur nächsten Kommunalwahl – aufbewahrt. Alles muss genau nachprüfbar sein. Die Helfer sind geschult, um den Wählern Rede und Antwort zu stehen. Grundsätzlich empfiehlt Schindler, den Merkzettel zu studieren, gerade was die komplexere Kommunalwahl angeht: Dann würden sich die meisten offenen Fragen von selbst beantworten.

Kaum noch Zwischenfälle

Zu einem Vorfall, wie beispielsweise 2014, als in Schwenningen AfD-Sympathisanten zu Unrecht glaubten, die Wahl sei manipuliert worden, sei es in jüngster Vergangenheit nicht mehr gekommen. Dennoch sind Schindler und Wöhrle aber den Tag über bis weit in die Nacht über das Mobiltelephon permanent zu erreichen, um jegliche Zweifel sofort zu beseitigen. Schluss ist am Sonntag erst zwischen 22 und 23 Uhr, wenn das Ergebnis für die Europawahl an die Landeswahlleiterin durchgegeben wird. Außerdem wurde dann für die Kommunalwahl vorsortiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Für die nun wesentlich aufwändigeren Auszählungen am Montag und Dienstag sind vor allem Mitarbeiter des Rathauses aktiv, grundsätzlich stellen städtische Beschäftigte zwei Drittel der Wahlhelfer, ein Drittel kommt aus den Reihen weiterer Bürger. In der Regel steht das Ergebnis am Montagabend, ansonsten am Dienstag, fest. Dann kann Deborah Schindler aufatmen – bis zur nächsten Wahl, die – für den Landtag – ist derzeit auf das Frühjahr 2021 terminiert. Aber man kann ja nie wissen.