Einstimmig hat der Jugendhilfeausschuss des VS-Gemeinderats am Donnerstag beschlossen, dass die Kita am Schwarzwald-Baar-Klinikum für das kommende Jahr mehr Personal erhält: 10,94 zusätzliche Stellen für pädagogische Fachkräfte, 1,94 für Hauswirtschaftskräfte sowie 0,3 für Leitungstätigkeiten. Durch den Beschluss entstehen zusätzliche Personalkosten in Höhe von 696 300 Euro.

In der Sitzung äußerte einzig Srdjan Zivkovic vom Gesamtelternbeirat für Kindertagesstätten Bedenken aufgrund des allgemeinen Mangels an Erziehern. „Woher wollen Sie die Arbeitskräfte hernehmen?“, fragte Zivkovic den Leiter des Amts für Jugend, Bildung, Integration und Sport, Stefan Assfalg. Dieser entgegnete: „Wenn man so argumentiert, kann man gar keine Kitaplätze schaffen.“ Die Personalaufstockung hängt mit dem geplanten Ausbau der Kindertagesstätte am Klinikum zusammen:

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  • Neubau: In seiner Sitzung vom 21. März hat der Jugendhilfeausschuss beschlossen, dass das Gebäude in der Albert-Schweitzer-Straße einen Anbau erhalten soll, sodass künftig acht Kita-Gruppen Platz haben. Damit könnten über 100 Kinder betreut werden. Derzeit sind es 70 Kinder in fünf Gruppen. Das ist nur möglich, da in dem für vier Gruppen konzipierten Gebäude ein Gymnastikraum als zusätzlicher Gruppenraum dient. Der Spatenstich für den Erweiterungsbau ist für Oktober 2019 geplant. Der Anbau könnte dann im September 2020 bezugsfertig sein.
  • Investor: Der Anbau wird von Helmut Reichel vom Nephrologischen Zentrum getragen. Der private Investor wird die Kosten für den Bau übernehmen und hat einen Eigenbedarf von acht Betreuungsplätzen angemeldet. Die Kosten für die Inneneinrichtung der Kita übernimmt die Stadt. Die einmaligen Sachmittel hierfür werden auf 40 000 Euro je Kita-Gruppe geschätzt.
  • Nur für Mitarbeiter: Die Kita des Schwarzwald-Baar-Klinikums wurde im September 2013 mit drei Gruppen eröffnet. Im Januar 2014 kam eine vierte Gruppe hinzu und im Januar 2015 übergangsweise eine fünfte, da die bis dato geplanten 50 Plätze den Bedarf nicht deckten. Die Kita am Klinikum ist eine reine Betriebskindertagesstätte mit ausgedehnten Öffnungszeiten. Sie steht nur Kindern von Klinikumsmitarbeitern offen.
  • Trägerschaft: Träger der Kita am Klinikum ist die Stadt, Eigentümer das Klinikum. Die Stadt bezahlt Miete und erhält im Gegenzug vom Klinikum für jedes Kind 1450 Euro. Der Zuschuss ist begrenzt auf die Höhe der Jahresmiete von 70 000 Euro, die die Stadt entrichtet. An der Sitzung des Jugendhilfeausschusses merkte Alfred Zahn vom Kinderschutzbund an, dass bereits seit mehreren Jahren die Frage im Raum stehe, ob ein freier Träger die Kita des Klinikums übernehmen solle. „Daran muss ich hier einfach nochmals erinnern.“ Die Antwort von Stefan Assfalg vom Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport fiel klar aus: „Wir haben nicht die Absicht und auch nicht den Auftrag, die Klinikums-Kita an einen freien Träger abzugeben.“