Alexander Hermann hatte zumindest den Zeitpunkt seiner Krankheit gut abgepasst. Jedenfalls dann, wenn man es aus Sicht der Schule und seines Lehrerkollegiums sieht. Den Schulleiter der Bickebergschule hatte die Grippe nämlich in den Ferien erwischt. "Auch viele meiner Kollegen hat es in den Ferien erwischt", sagt Hermann. Wen es nicht in den Ferien erwischt hat, der lag dann spätestens in den Wochen danach flach. Ein Streifzug durch die Lehrerzimmer einiger doppelstädtischer Schulen.

  • Bickebergschule: "Wir hatten einen immensen Krankenstand gehabt", sagt Schulleiter Alexander Hermann. Zwölf Kollegen haben in der vergangenen Woche gefehlt. Wer noch da war, hat Überstunden angehäuft. Manchmal haben sie auch Klassen zusammengelegt. Anders geht es nicht, sagt Hermann. Die Bickebergschule ist eine Ganztagsschule. Eigentlich darf kein Unterricht ausfallen. "Die Eltern verlassen sich auf uns." Irgendwie haben sie es geschafft. Zumindest in den Klassen eins bis sieben konnte der Unterricht einigermaßen adäquat durchgeführt werden. Ausfälle hatten sie dann lediglich in den Jahrgangsstufen acht bis zehn. "Da kann man es den Schülern dann zumuten." Wie an den meisten anderen Schulen, sind sie auch in der Bickebergschule mit einer dünnen Lehrerdecke ins Schuljahr gestartet. Kommen längere Ausfälle in Form von schweren Erkrankungen oder Schwangerschaften hinzu und bricht dann noch eine Grippewelle wie in diesem Jahr herein, bei der die Betroffenen meist für mindestens eine Woche ausfallen, dann, sagt Hermann, "stehen wir mit dem Rücken zur Wand". Von der Wand kann er seit Anfang der Woche wieder ein paar Schritte abrücken: Die meisten Kollegen sind seit Wochenbeginn wieder da.
  • Golden-Bühl-Schule: Jane Heinichen ist kaum zu erreichen. Zu viel gibt es derzeit für die Schulleiterin der Golden-Bühl-Schule zu organisieren. Die Vertretungspläne stapeln sich schon seit Wochen. Auf die Frage, wie es bei ihnen angesichts der derzeit vorherrschenden Grippewelle aussieht, sagt sie nur: "Wir sind krank." Und: "Wir versuchen, mit Blick auf die Eltern und Kinder, den Ganztag stabil zu halten." Leicht ist das nicht. Es gab Tage, da wussten sie morgens nicht, wie sie alles abdecken sollten. Geschafft haben sie es dann meistens. Irgendwie. Vor allem durch ein hohes Maß an Flexibilität, Spontanität und der Bereitschaft des verbliebenen Kollegiums, ein "unglaubliches Maß an Vertretungsarbeit" zu leisten. Sie halten zusammen. Der Unterricht wird gemeinsam vorbereitet. Wenn dann jemand plötzlich ausfällt, kann der Unterricht von jemand anderem leichter übernommen werden. Als Ganztagsschule können sie keinen Unterricht ausfallen lassen. "Es bringt uns an unsere Grenzen", sagt Heinichen.
  • Gymnasium am Hoptbühl: Simone Duelli-Meßmer ist relativ entspannt. Mit drei Krankheitsfällen halten sich die Ausfälle derzeit noch im Rahmen. "Die Grippewelle schlägt nicht so heftig ein, wie erwartet", sagt Duelli-Meßmer. "Wir hatten schon heftigere Häufungen." Die Reserve, die sie noch zu Beginn des Schuljahres hatten, ist inzwischen jedoch aufgebraucht. "Wir haben einige längere Ausfälle zu verkraften."
  • Südstadtschule: Erika Götz hat das Schlimmste bereits überstanden. Seit Anfang der Woche kann sich die Schulleiterin wieder über ein fast komplettes Lehrerkollegium freuen. Die kreativen Lösungen, die sie in den Wochen zuvor ausgepackt hatte, können langsam wieder in der Schublade verschwinden. Sie haben Klassen gemeinsam unterrichtet, oder, wenn auch in der Klasse viele Schüler krank waren, die restlichen Schüler auf vier bis fünf andere Klassen aufgeteilt. Sie haben pensionierte Lehrer wieder geholt und die, die in Elternzeit waren. "Wir sind eine Ganztagsschule, es darf keine Stunde ausfallen", sagt Götz. Grippewelle ist für die Schulen nichts Neues. Auffällig sei in diesem Jahr jedoch vor allem die Heftigkeit gewesen. "Die meisten sind gleich für ein oder zwei Wochen ausgefallen."

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