In der närrischen Zeit trifft man am Ortseingang vom Zollhaus an einem Freitagnachmittag auf eine ganz besondere Truppe. In badische und württembergische Zöllner gewandete freundliche Herren halten Autos an und verlangen Wegezoll für einen guten Zweck – dieses Jahr kamen stolze 3111 Euro fürs Kinder- und Familienzentrum VS zusammen.

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Zur offiziellen Spendenübergabe kamen Gockelgilde-Vorsitzende Melanie de Surmont, Stefanie Kordis und Stefan Wiesbaum ins Kinder- und Familienzentrum und wurden von Jugendhilfe-Leiter Matthias Ries und drei Jugendliche aus den Kifaz-Wohngruppen empfangen. Während Ries über aktuelle Jugendhilfe-Projekte informierte, erzählten Shannon, Dion und Bogdan aus ihrem Lebensalltag in einer Wohngruppe: Von der Unterstützung für die Schule und in der Berufsfindung, von der persönlichen Begleitung in schwierigen Stunden, etwa wenn die Trennung von der Ursprungsfamilie weh tut, oder von gemeinsamen Freizeitaktivitäten – und dass das Kifaz schon eine Art Heimat für sie geworden sei.

Von weitem beobachtet Jugendhilfe-Leiter Matthias Ries (am rechten Bildrand in blauer Jacke) die Zollhaus-Gockelgilde bei ihrer Fasnet-Zoll-Aktion zu Gunsten der Stiftungs-Jugendhilfe.
Von weitem beobachtet Jugendhilfe-Leiter Matthias Ries (am rechten Bildrand in blauer Jacke) die Zollhaus-Gockelgilde bei ihrer Fasnet-Zoll-Aktion zu Gunsten der Stiftungs-Jugendhilfe. | Bild: Jürgen Muff

Matthias Ries erläuterte, dass das aktuelle Theaterprojekt „Ich – Du – Wir“ oder die Jugendhilfe-Band in besonderer Weise die Selbstwirksamkeit der Kinder und Jugendlichen fördert. Sie können sich in den Theaterproben in verschiedenen Rollen ausprobieren und schauen, welche Wirkung sie auf ihre Mitspieler haben – und was für Reaktionen sie bei den zuschauenden Kindern und der Theaterpädagogin hervorrufen. Oder die sechs Band-Mitglieder, die gerade erst bei der Beteiligungswerkstatt vor über 40 Wohn- und Tagesgruppenkindern aufgetreten sind.

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Das aufeinander Hören und das Zusammenspiel hat gut geklappt, die Freude am Musizieren sprang auf die anwesenden Jugendlichen und ihre Betreuer über, und so gab es einen tollen Applaus und eine gehörige Portion Selbstvertrauen dazu. Für die Jugendlichen aus schwierigen familiären Verhältnissen sind solche Projekte besonders wichtig, um sie auf ihrem Weg ins Leben zu stärken. Gleichzeitig sind sie jedoch nur über Spendenmitteln zu realisieren, denn „über die Regelfinanzierung wird der Alltag abgedeckt – Wohnen, Essen, Betreuung, Schule und im Bedarfsfall therapeutische Hilfen“, so Ries: „Deshalb freuen wir uns sehr, dass aus der Mitte der Gesellschaft heraus auch immer wieder Menschen an unsere Kinder hier vor Ort denken und sie unterstützten.“

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Und auch die Zöllner erzählten noch manche Begebenheit vom Zolltag. So von Menschen die extra mehrmals vorbeikamen, weil sie die Aktion so unterstützenwert fanden. Oder von Männern, die gerne eine Rose für ihre Frau mitnahmen – die Zöllner verteilten Rosen an die Frauen, da die Aktion am Valentinstag stattfand. Oder dass es ganz schön lange dauerte, bis 20 Kilo Münzgeld auf der Bank in einem Münzzähler versorgt waren und zu den ebenfalls zahlreichen Scheinen hinzugezählt werden konnten.

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