Die Vergrößerung der Neuen Tonhalle in Villingen rückt nun doch kurzfristig auf die Tagesordnung des Gemeinderates. Noch im August hatte die Stadtverwaltung betont, dieser von den Freien Wählern bereits vor anderthalb Jahren gestellte Antrag werde dieses Jahr angesichts der Fülle von Bauvorhaben nicht mehr beraten. Damit wollten sich die Freien Wähler allerdings nicht abspeisen lassen. Nun wird die Hallenerweiterung nächste Woche im Ausschuss und übernächste Woche im Gemeinderat beraten. Beschlossen werden soll eine Machbarkeitsstudie für dieses Vorhaben.

Andreas Flöß, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, zeigte sich am Mittwoch sehr erfreut, dass das Thema doch noch auf die Tagesordnung kommt. "Wir haben lange genug darauf gewartet." Er äußerte allerdings sein Verständnis für diese Wartezeit, weil die technischen Ämter der Stadt aktuell mit vielen wichtigen Bauvorhaben wie zahlreichen Schulsanierungen eingedeckt sind. Gleichwohl sei die Notwendigkeit einer größeren Stadthalle unbestritten. "Für das Oberzentrum brauchen wir eine Halle für rund 1000 Besucher", lautet seine Perspektive. Erst im zurückliegenden OB-Wahlkampf habe sich erneut gezeigt, dass die Halle zu klein sei. Bei einer Wahlveranstaltung mussten rund 200 Bürger, die keinen Platz fanden, wieder nach Hause geschickt werden.

Mit einer Erweiterung auf eine Kapazität von annähernd 1000 Sitzplätzen ließe sich die Attraktivität der Halle deutlich verbessern und die Halle wettbewerbsfähiger machen. Erweiterungspläne liegen in einer Vorstudie bereits bei Michael Muffler, dem Tonhallen-Architekten, seit Jahren in der Schublade. „Das Grundstück ist da, der Architekt ist da, ein Konzept besteht und das Geld ist weitgehend vorhanden“, stellte Flöß fest. Jetzt sei es wichtig, dass die Stadt die erforderlichen Fachingenieure beauftrage, damit sowohl eine Planung als auch konkrete Kostenberechnungen auf den Tisch kommen.

Wie kann es dann weitergehen? Andreas Flöß, selbst von Haus aus Architekt, geht davon aus, dass die Zahlen bis Februar auf dem Tisch liegen. Dann könnte der Gemeinderat den Projektbeschluss fassen und das Architekturbüro Muffler aus Tuttlingen, das die Neue Tonhalle Ende der 90er Jahre entworfen hat, könnte die Bauarbeiten ausschreiben. Wenn alles gut läuft, könnte der Anbau für ein neues Foyer bereits nach den Handwerkerferien im August oder September 2019 begonnen werden. Nach schätzungsweise einjähriger Bauzeit stünde der Stadt dann eine Halle mit bis zu tausend Plätzen zur Verfügung.

Wie aus der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat hervorgeht, befürwortet auch das Hallenmanagement einen Anbau, der nach Westen Richtung Blueboxx-Kino erfolgen soll. Neben mehr Sitzkapazitäten in der Halle fehlten auch zusätzliche Seminarräume. Die Stadtverwaltung schlägt daher vor, neben dem Architekturbüro Muffler noch zwei Fachbüros mit der Planung für die technische Gebäudeausrüstung zu beauftragen. Insgesamt sollen für diese Planungen umgehend rund 50 000 Euro bereitgestellt werden.

Die Freien Wähler waren bei ihrem Antrag im Februar 2017 davon ausgegangen, das die Kosten für die Erweiterung laut einer Prognose von 2012 bei 3,5 Millionen Euro liegen können. Davon seien bereits zwei Millionen aus dem Verkauf von Grunstücken in der Oberen Waldstraße vorhanden, die für touristische Zwecke genutzt werden können. Die Stadtverwaltung weist aber darauf hin, dass noch weitere Kosten für Grundstück, Außenanlagen, Hallenausstattung und etwaige Nachbesserungen zur Erfüllung aktueller Vorschriften dazukommen werden. Außerdem seien die seit 2012 stark gestiegenen Baukosten zu berücksichtigen.