Der Gewerbeverband Oberzentrum (GVO) beging jetzt sein zehnjähriges Jubiläum mit 200 angemeldeten Gästen in der Schwenninger Neckarhalle. Auf der Veranstaltung beantwortet Gerhard Waldmann die seit Ende 2018 im Raum stehende Frage seiner Nachfolge als Präsident des Unternehmernetzwerkes: Der Villinger Architekt Joachim Müller ist sein designierter Nachfolger.

„Nach überzeugenden Gesprächen mit dem Präsidenten und dem Vorstand habe ich letzte Woche intern zugesagt“, bestätigte Müller. Auf der Hauptversammlung der GVO Ende November wird Müller folglich aller Voraussicht nach zum Präsidenten gewählt werden. Auf Nachfrage wurde bekannt, dass Waldmann Ende 2019 auch sein Amt als Geschäftsführer der GVO niederlegen werde, eine Nachfolge hier ist bisher nicht geregelt.

Zehn Jahre GVO

Die Fachkompetenzen seiner Mitgliedsunternehmen aus den unterschiedlichen Branchen zu bündeln und somit Synergieeffekte für die gesamte Netzwerkgruppe zu schaffen, so ist der GVO vor zehn Jahren mit 20 Mitgliedern gestartet. „Mit über 400 Mitgliedsunternehmen sind wir mittlerweile eines der größten Unternehmensnetzwerke in Deutschland„, sagt Waldmann auf der Jubiläumsfeier. Im Wirtschaftsstandort VS und darüber hinaus sind vertritt die GVO somit auch 12 000 Arbeitnehmer. Auch die Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg, insbesondere mit Blick auf die Nachwuchsausbildung für Unternehmen, entwickle sich positiv.

Müllers Ambitionen

„Er ist seit bereits 2010 bei uns Mitglied, er ist Villinger, ist Teamleiter der Gruppe Stadtentwicklung und besitzt ein hervorragendes Netzwerk zu Unternehmern, Räten oder sonstigen Organisationen in der Region“, preist Waldmann die Kompetenzen von Joachim Müller an. Müller war in seiner Karriere zwölf Jahre Vorsitzender der Kammergruppe Schwarzwald-Baar-Kreis der Landesarchitektenkammer und ist seit zwölf Jahren ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht Baden-Württemberg. Nach eigenen Aussagen versteht sich Joachim Müller als Kommunikator, der bereits im Vorfeld die Leute an einen Tisch bringend Konfliktpotential abbauen möchte. „Wir haben momentan einen Wind of Change innerhalb der Stadtverwaltung, der Schulterschluss mit dem neuen Oberbürgermeister und GVO muss weiter voranschreiten“, sagt Müller. Verbesserungsbedarf sieht Müller in der Außendarstellung der GVO, die neben dem Fokus auf die Industrie verstärkt ihre Mitglieder aus dem Handwerk und den Freiberuflern profilieren sollte. Über 50 Prozent der GVO-Mitglieder repräsentierten den Stand der Freiberufler. „Vielleicht ist es da auch sinnvoll, dass ein Architekt und nicht ein Fachmann aus der Industrie den GVO repräsentiert“, sagt Müller. Mit Herzblut und Engagement will sich Müller in der GVO einbringen, wobei Gerhard Waldmann weiterhin als wichtige Ansprechperson fungieren soll.

Optimierungspotential

Weitere Verbesserungsmöglichkeiten innerhalb der GVO sieht Carsten Dörr als Leiter der Geschäftsstelle im Umgang mit den etwa 6000 Studenten in Schwenningen. „Trotz dieser Zahl wird Schwenningen noch nicht als Studentenstadt wahrgenommen“, sagt Dörr. Nach einer Umfrage an der Hochschule Furtwangen University, Kooperationspartner der GVO, hätten 80 Prozent der Studenten großes Interesse an einer Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen. Diesem Wusch sei stärker entgegenzukommen. Der Kontakt zur Stadt habe sich laut Dörr generell verbessert, mit dem Gemeinderat könnte man jedoch noch intensiver zusammenarbeiten.