Der Auftakt der Haushaltsberatungen der Gemeinderatsgremien am Dienstag war ein Offenbarungseid. Nach dem die Stadt, wie alle anderen im Lande, ihre Finanzplanung auf das neue System der kaufmännischen Buchhaltung (die doppelte Buchführung) umstellten musste, blicken viele Gemeinderäte nicht mehr durch.

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Noch schlimmer ist aber, dass offenbar die Rathausspitze den Blick aufs Wesentliche verloren hat und orientierunglos erscheint. Dem Gemeinderat wird ein Haushalt vorgesetzt, der ein beispielloses Defizit von rund 25 Millionen Euro und eine Neuverschuldung von über 40 Millionen vorsieht. Und in den nächsten Jahren soll dies so weiter gehen. Doch vom OB kommt keine Analyse, woher dies rührt und wie er gegensteuern will. Er hat keinen Plan. Roth hat es nicht für nötig befunden, die Fraktionen darauf vorzubereiten und mit ihnen Gegenstrategien zu erörtern. Diese Zusammenarbeit fand bisher nicht statt.

In seiner Haushaltsrede im Dezember hat der OB verkündet, die Stadt sei „sehr gut aufgestellt“. Das Gegenteil ist der Fall. Erst gestern kamen von ihm einige vage Sätze, man müsse nun die Haushaltsstrukturen durchforsten, um dann 2021 gegensteuern zu können. Warum jetzt erst?