Frank Wilm wird demnächst in Villingen und Schwenningen die Tauben zählen. Zwei bis drei Tage wird er vor Ort sein und mit zwei oder drei Mitarbeitern nicht nur nach den Tauben, sondern gleich noch nach einem passenden Standort für ein mögliches Taubenhaus Ausschau halten. Am Ende soll ein Gutachten stehen, das aufzeigt, wie man dem Tauben-Problem in der Doppelstadt Herr werden kann. 7000 Euro soll das laut Frank Wilm kosten, der Gemeinderat brachte das am Mittwochabend auf den Weg.

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Frank Wilm ist Geschäftsführer der bayrischen Fachfirma Astum (Artgerechte Stadttauben-Umsiedlungs-Methoden) und hat bereits mehrfach für die Reduktion der Taubenpopulation in Städten gesorgt. Wie das funktioniert und warum es nötig ist, hat er den Stadträten am Mittwochabend erläutert.

Zunächst die Zahlen: Allein 50 Taubenpaare können für 700 Jungtiere im Jahr sorgen. Mehrere hundert Tauben tummeln sich aktuell in der Doppelstadt. Das Problem wird also nicht kleiner. Im Gegenteil, meint der Fachmann.

Taubenhaus nach "Regensburger Modell"

Nun die Methode: Nach dem sogenannten Regensburger Modell könnte auch in Villingen ein Taubenhaus – bestehend aus einem Taubenschlag und einer rund 18 Quadratmeter großen Freiflug-Voliere – entstehen. Dorthinein würden die Tauben gelockt und ihre Eier ausgetauscht werden. Und das alles "unter Berücksichtigung der Wohlfühlfaktoren", sagt Wilm. Dazu gehören ordentliches Futter, Bäder und Betreuung der Tiere. Zwei Mitarbeiter müssten dann dort im Einsatz sein.

Das Modell ist neben dem namensgebenden Regensburg zum Beispiel auch in Markdorf zum Einsatz gekommen und soll im kommenden Jahr auch in Radolfzell angewandt werden.