Voraussichtlich Ende Mai 2019, ein genauer Termin steht noch nicht fest, finden die nächsten Kommunalwahlen in Baden-Württemberg steht. Dann werden einige "Urgesteine" des Gemeinderates der Doppelstadt ihren Abschied aus der Stadtpolitik vollziehen.

Einen größeren Umbruch dürfte es vor allem in der Fraktion der Freien Wähler geben. Landwirt Ernst Reiser, neben Jürgen Schützinger von der Deutschen Liga, der dienstälteste Gemeinderat, hat bereits bei seiner Wiederwahl vor vier Jahren angekündigt, dass dies seine letzte Wahlperiode sein wird. Und dabei bleibt es. "Das ist für mich die letzte Chance für einen guten Abgang", schmunzelt der 78-Jährige, der seit 1980 für die Freien Wähler im Gemeinderat sitzt und vier Mal mit Rekordergebnissen gewählt wurde.

Mit ihm gehen wird auch Erich Bißwurm, der nächstes Jahr auf 25 Jahre Ehrenamt im Gemeinderat zurückblick. Rund 15 Jahre lang war Bißwurm auch Vorsitzender der Freien-Wähler-Fraktion. "Ich bin jetzt 77 Jahre alt, es reicht. Jetzt müssen die Jungen ran." Rücktrittsgedanken nachgesagt werden auch Henning Lichte, ehemaliger Kinderarzt aus Schwenningen, sowie Werner Ettwein, Holzbau-Unternehmer aus Villingen. Lichte wollte sich gestern noch nicht äußern. "Das müssen wir noch besprechen, es ist noch keine Entscheidung gefallen", sagte er. Werner Ettwein war gestern nicht erreichbar.

Bei den Christdemokraten wird der langjährige Fraktionsvorsitzende Bernd Hezel in den politischen Ruhestand gehen. "Ich werde nächstes Jahr 80 Jahre alt, da hat man das Recht, aufzuhören", sagte der Bauingenieur scherzhaft. Hezel kann nächstes Jahr auch auf eine 47 Jahre dauernde kommunalpoliitsche Karriere zurückschauen. Er war von 1971 bis 1979 Gemeinderat in Niedereschach, von 1979 bis 1984 im Kreistag, ab 1984 Gemeinderat und später auch Kreisrat der Stadt Villingen-Schwenningen. Viele Jahre hat er die CDU-Fraktion geführt. Ansonsten hält man sich bei der CDU noch bedeckt. "Ich habe die Losung ausgegeben, dass wir uns damit noch Zeit lassen", berichtet Renate Breuning. Auch über ihre eigene politische Zukunft wollte die Fraktionsvorsitzende, die letztes Jahr am 1. März ihren 70. Geburtstag feierte, noch nichts verlauten lassen.

Bei der SPD-Fraktion zeichnen sich nach Festestellung ihres Vorsitzenden Edgar Schurr derzeit nur "kleinere Veränderungen" ab. Ein Fraktionsmitglied werde wohl aus beruflichen Gründen aufhören, die anderen vermutlich weitermachen, meinte Schurr. Er schränkt aber ein: "Wir haben offiziell darüber noch nicht gesprochen." Er selbst will es noch einmal wissen. "Ich werde noch mal kandidieren, wenn es bei mir gesundheitlich so gut bleibt", bestätigte er.

Die Grünen haben sich auch noch nicht mit der Wahl beschäftigt. Fraktionschef Joachim von Mirbach geht derzeit davon aus, "dass alle wieder antreten, einschließlich meiner Person", wie er versichert. Erneut kandieren will auch Marcel Klinge (FDP), der 2017 in den Bundestag gewählt wurde. Er sieht sich in einer wichtigen Scharnierfunktion zwischen Gemeinderat und Bundestag, die zum Wohl der Stadt genutzt werden sollte. Ebenfalls wieder antreten will Jürgen Schützinger (64), der seit 1980 durchgängig für die NPD und DLHV in den Rat gewählt wurde.

OB Kubon tritt nicht mehr an

Villingen-Schwenningen braucht auch einen neuen Rathaus-Chef: Nach 16 Jahren im Amt wählt Villingen-Schwenningen im Oktober einen Nachfolger. Nach 16 Jahren  kandidiert Rupert Kubon bei der Wahl nicht erneut. Zum Artikel.

Video: Jens Fröhlich
Video: Jens Fröhlich