Nein, früher war nicht alles besser. Aber schöner. Vor allem hat es sich schöner angefühlt. Der Herbst war die Jahreszeit, zu der die Ernte im Vordergrund stand und der Spaß am rauer werdenden Wetter und der großen Gemütlichkeit, die sich Zuhause ganz langsam in Vorbereitung des Advents ausgebreitet hat.

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Und heute? Heute quasseln siebenjährige Kinder schon Wochen vorher darüber, in was für gruselige Klamotten sie sich zu diesem seltsamen Halloween am 31. Oktober schmeißen, um abends bei den Nachbarn Süßigkeit zu schnorren. Und wo kriegen sie um Himmelswillen bloß das passende Plastikgebiss dafür her?

Schon komisch: Früher war es normal, als Siebenjähriger stundenlang ganz allein mit Fahrrad und Freunden unterwegs zu sein. Wenn's dunkel wurde, sind wir eben heim und haben mit dem letzten Blick auf das schwindende Herbst-Sonnenlicht die würzige Luft genossen.

Wenn sie heute ihren Nachwuchs so lange sich selbst überlassen, werden sie schon fast der Kinder-Vernachlässigung bezichtigt. Mit Siebenjährigen aber bis zehn Uhr nachts zu diesem blöden Halloween um die Häuser zu ziehen, scheint o.k. zu sein.

Was für ein Quatsch.

Und all das wird übrigens auch nicht besser durch die vielen grinsenden Kürbisgesichter, die schon wieder vor bald jeder Haustüre flackern.

Ich kann Kürbis nicht leiden.

Ich will die Kastanienmännchen meiner Kindheit zurück.


Und Ripple mit Kraut übrigens auch.


Kürbissuppe mag ich nämlich auch nicht.