Die zu kalkenden Waldgebiete reichen von Tannheim im Süden bis nach Villingen im Norden. Die Landesstraße 181 begrenzt die Kalkungsfläche im Osten. Je nach Wetterlage wird die Maßnahme mindestens acht Wochen in Anspruch nehmen.

In dieser Zeit kann es zu Wegesperrungen kommen. Es ist mit einem erhöhten Lastwagenverkehr aufgrund der Materialanlieferungen sowie gelegentlich herabstürzenden Klumpen verbackenen Kalkstaubs aus dem Streukübel des Helikopters zu rechnen und es könnte staubig werden, teilt die Stadtverwaltung mit. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht.

Kalk hilft dem Boden

„Die bundesweite Bodenzustandserhebung II hat gezeigt, dass eine gezielte Kalkung von Waldflächen die Situation hinsichtlich pH-Wert, Basensättigung, Kohlenstoffspeicherung, Vielfalt und Häufigkeit von Bodenlebewesen, auf durch Menschen verursachten versauerten oder zur Versauerung neigenden Waldböden, deutlich verbessert“, sagt Forstamtsleiter Tobias Kühn.

„Klimastabile Wälder sind natürliche Wasserfilter und Garant für sauberes Grundwasser. Über 70 Prozent unseres Trinkwassers kommt aus dem Wald.“ Mit der Ausbringung von Kalk soll die Versauerung der Waldböden abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden unterstützt werden.

Baden-Württemberg setzt seit Mitte der 1980er Jahre Gemische aus Dolomit, Holzasche und Wasser für die Bodenschutzkalkung ein, die entweder mit Hubschrauber ausgebracht oder mittels speziell ausgerüsteter Fahrzeuge vom Boden aus verblasen werden.

Besseres Trinkwasser

In den Bereichen, in denen der Stadtwald gekalkt wird, seien die Böden aus Buntsandstein sehr basenarm, was sich durch Luftschadstoffe weiter verschlechtert habe. Das habe letztlich zur Auswaschung von Nährelementen wie Magnesium geführt, aber auch bedenkliche Elemente wie Aluminium mobilisiert.

Durch die Kalkung soll dieser Auswaschungsprozess gestoppt und damit auch die Qualität des Trinkwassers nachhaltig positiv beeinflusst werden. Im Oberboden hat sich durch bereits durchgeführte Kalkungen die Situation schon deutlich verbessert, jetzt geht es um die tieferen Bodenschichten.