Daumen drücken, mitfiebern und am Ende hoffentlich wieder jubeln: Nach dem nervenaufreibenden Spiel gegen Schweden geht es für die Deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Russland am Mittwoch um den Einzug ins Achtelfinale. Der Gegner wird ab 16 Uhr das Team aus Südkorea sein. Tausende Fußballfans fiebern dann in der Doppelstadt mit dem Team von Trainer Joachim Löw vor Fernsehgeräten und beim Public Viewing mit.

Jubelnde Fans in Villingen-Schwenningen nach dem Spiel Deutschland gegen Schweden. | Bild: Willhelm Bartler

Und auch auf dem Spielfeld in Kasan ist unsere Region an der Mission Titelverteidigung beteiligt. Zwei Nationalspieler haben ihre Wurzeln hier.

Sebastian Rudy: Der Mittelfeldspieler ist am 28. Februar 1990 in Villingen-Schwenningen geboren und in Dietingen im Landkreis Rottweil aufgewachsen. Beim örtlichen Fußballverein, später beim SV Zimmern, legte er den Grundstein für seine Fußballkarriere, die sich bei Einsätzen für den VfB Stuttgart und die TSG 1899 Hoffenheim fortsetzte. Seit 2017 ist er beim Bundesligisten FC Bayern München unter Vertrag. Rudy war in mehreren Deutschen Nachwuchs-Auswahlmannschaften vertreten, ehe er 2011 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert wurde.

Sebastian Rudy (Deutschland) Sotschi, 23.06.2018, FIFA Fussball WM 2018 in Russland, Vorrunde, Deutschland – Schweden
Sebastian Rudy am Ball bei der Partie Deutschland gegen Schweden. | Bild: TimGroothuis

Auch sein Bruder Florian Rudy war Fußballprofi und hat, wie sein ein Jahr jüngerer Bruder, in der Doppelstadt das Licht der Welt erblickt. Nach Stationen beim FC Dietingen und dem SV Zimmern spielte er bei Junioren-Mannschaften in Stuttgart, Kaiserslautern, Hoffenheim und Karlsruhe. Der ganz große Durchbruch bei den Profis blieb jedoch aus.

Florian Rudy FC 08 Villingen Saison 2010-11, 17.07.10 Bild: direvi FÜR GEWERBLICHE-UND PRESSEARBEITEN HONORARPFLICHTIG, © by Dieter Reinhardt Schlachthausstr 9,78050 VS-Villingen Telf. 0 77 21 / 9 00 70, Fax 0 77 21/ 900 71; Mail: Info@direvi.de; www.direvi.de Honorarkonto: BW-Bank Nr. 74 800 25 677, (BLZ 600 501 01) IBAN: DE69 0101 7480 0256 77; Bic: SOLADEST St-Nr. 22423/46504; UST-ID-Nr. DE 201 398 496
Florian Rudy im Trikot des FC 08 Villingen. | Bild: Dieter Reinhardt

In guter Erinnerung ist Florain Rudy sicher noch den Fans des FC 08 Villingen. Drei Jahre lang ging der Stürmer hier auf Torjagd. Mit Erfolg: Stolze 31 Treffer verbuchte er in der Zeit von 2008 bis 2011 für sich. Die WM-Spiele seines Bruders schaut er sich von zuhause mit seiner Familie an. Im sozialen Netzwerk Instagram postete er zum WM-Auftakt: „Ab heute sind die Daumen der ganzen Familie gedrückt.“

v.l. TW Holger Betz (SSV), Florian Rudy bei seinem Tor zum 3:0 FC 08 Villingen – SSV Ulm 46, 17.09.11 Bild: direvi FÜR GEWERBLICHE-UND PRESSEARBEITEN HONORARPFLICHTIG, © by Dieter Reinhardt Schlachthausstr 9,78050 VS-Villingen Telf. 0 77 21 / 9 00 70, Fax 0 77 21/ 900 71; Mail: Info@direvi.de; www.direvi.de Honorarkonto: BW-Bank Nr. 74 800 25 677, (BLZ 600 501 01) IBAN: DE69 0101 7480 0256 77; Bic: SOLADEST St-Nr. 22423/46504; UST-ID-Nr. DE 201 398 496
Torjäger Florian Rudy im Trikot des FC 08 Villingen trifft 2011 gegen SSV Ulm. | Bild: Dieter Reinhardt

Joshua Kimmich: Wie Rudy hat auch der 23-jährige Abwehr- und Mittelfeldspieler seine Wurzeln im Nachbarlandkreis. Er ist 1995 in Rottweil geboren und spielt seit 2016 für die Nationalmannschaft. Seine Karriere begann er beim FC Bösingen, 36 Kilometer von Villingen entfernt, wo auch sein Zuhause ist. Heute ist er beim Bundesligisten FC Bayern München unter Vertrag. Trotz des Erfolgs ist er ein Star zum Anfassen. Das bewies der 23-Jährige 2016 nach der Europameisterschaft. Damals spazierte er mit seiner Freundin durch Villingen, ging gemütlich einen Kaffee trinken, gab Autogramme und ließ sich bereitwillig mit den vielen Fans fotografieren.

Joshua Kimmich (links) bummelt nach der Fußball-EM am Freitagabend durch Villingen. Maurizio Pivetta bittet ihn in seine Bar und ist begeistert, wie nett der Nationalspieler ist.
Joshua Kimmich (links) bummelt nach der Fußball-EM 2016 durch Villingen. Maurizio Pivetta bittet ihn in seine Bar und ist begeistert, wie nett der Nationalspieler ist. | Bild: Privat

Südkorea-Fan: Obwohl Doksuk Jeon-Raber aus Hochemmingen seit 1982 in Deutschland lebt und kein großer Fußball-Fan ist, fiebert sie bei Weltmeisterschaften immer mit Südkorea mit. Sie hat bei Spielen stets das rote Trikot an, die Landesfahne liegt parat. Die Konzertsängerin, die an der Musikakademie VS unterrichtet, pflegt engen Kontakt in ihre Heimat und tritt regelmäßig als Sängerin dort auf. "Es dominieren derzeit politische Themen das Land. Der Zusammenhalt und die Fußballbegeisterung sind aber immer noch riesig", erzählt sie.

Doksuk Jeon-Raber aus Hochemmingen drückt Südkorea die Daumen, obwohl das Team im Turnier kaum noch Chancen hat. Auch Familienhund Joel fühlt sich im Korea-Trikot pudelwohl. Sie erinnert sich noch gut an den bislang größten Erfolg Südkoreas: Das Halbfinale bei der WM 2002. <em>Bild: Jens Fröhlich</em>
Doksuk Jeon-Raber aus Hochemmingen drückt Südkorea die Daumen, obwohl das Team im Turnier kaum noch Chancen hat. Auch Familienhund Joel fühlt sich im Korea-Trikot pudelwohl. Sie erinnert sich noch gut an den bislang größten Erfolg Südkoreas: Das Halbfinale bei der WM 2002. Bild: Jens Fröhlich | Bild: Jens Fröhlich

Das Spiel schauen die Sängerin und ihr Mann Johannes Raber, wie in Südkorea üblich, zusammen mit Freunden an. Die 53-Jährige und einige Landsfrauen jubeln dann für Korea, die Männer sind für Deutschland. Es gehe schon mal hoch her, so Jeon-Raber, aber alles freundschaftlich. Zu Essen gibt es koreanische Spezialitäten. Wenn Deutschland verliere, müssen die Männer abspülen, so die Sängerin mit einem Augenzwinkern.Vor der SÜDKURIER-Kamera singt sie das koreanische Volks- und Fußballlied Arirang.

Video: Jens Fröhlich