Sie war eine engagierte Frau, die sich Zeit ihres Lebens für andere einsetzte und engagierte: Am Mittwoch ist Lotte Sütterlin im Alter von 93 Jahren gestorben. Mit ihrem Engagement für den SERC, in der Kommunalpolitik und im sozialen Bereich prägte sie über Jahrzehnte hinweg das öffentliche Leben in der Stadt. Besonders der Verein „Mach Mit“ lag ihr am Herzen, sie hatte ihn 1995 mit gegründet und sich voller Elan für diesen Verein und vor allem für die Menschen eingesetzt.

Lotte Sütterlin war schon immer eine „Schafferin“, wie man in Schwenningen sagt. Sie war die Tochter des Mauthe-Maschinisten und Heizers Franz Kammerer und lernte von ihrem Vater früh, was Pflichterfüllung bedeutet. Den Leitspruch „Wer rastet, der rostet“, der bei Mauthe im Maschinenhaus hing, habe sich eingebrannt, erzählte Lotte Sütterlin anläßlich ihres 85. Geburtstages. Nach dieser Devise arbeitete sie zeit ihres Lebens. Bei der „Tafel VS“ verbrachte sie viele Stunden täglich, oft war sie die erste, die morgens kam und die letzte, die abends ging. Sie war für viele Menschen die Kummertante, der man alles erzählen könnte. Die Menschen, die Unterstützung brauchen, wussten, dass Lotte Sütterlin sich immer für sie eingesetzt hat. 1995 war sie Mitbegründerin des Vereins „Mach mit“.

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Das größte Projekt des Vereins ist der Betrieb der Tafel Villingen-Schwenningen als freier Träger. 1999 eröffnete der erste Tafelladen in Villingen, 2003 gab es den ersten Laden in Schwenningen in der Schützenstraße. 2005 zog der Tafelladen in ein Gebäude Ob dem Brückle, wo der Verein das Büro und die Verwaltung der Tafel angesiedelt ist. 2012 hat sich Lotte Sütterlin zurückgezogen und die Verantwortung in andere Hände übergeben. Die Tafel Villingen-Schwenningen betreibt heute fünf Tafelläden in Villingen, Schwenningen, Do­nau­eschingen, Triberg und St. Georgen sowie eine zentrale An- und Auslieferungs- sowie Sortierungseinrichtung in Schwenningen mit Kühlhaus und großen Lagerflächen. Jeden Tag sammeln je drei Fahrer und Beifahrer mit drei Trans­port­fahr­zeugen überschüssige Nahrungsmittel von den Sponsoren im Schwarzwald-Baar-Kreis von Blumberg bis Triberg ein und transportieren diese in die Sortierstelle in Schwenningen.

Geboren wurde Lotte Sütterlin am 14. Oktober 1926 im Mauthe-Ökonomiehaus an der Ecke Kronenstraße und Engelstraße. Schon früh wusste sie, was sie wollte. Lotte Sütterlin ging ungern zur Schule, spielte lieber mit den Buben Fußball. Im Büdo-Werk lernte sie den Beruf der Kaufmannsgehilfin und damit den Umgang mit Geld und Finanzen kennen: später im Büro bei „Weckruf“ und im Büro der Karl-Lauffer-Uhrenfabrik sowie fast 25 Jahre bei der Straßenbaufirma Spreng.

Zwölf Jahre war Lotte Sütterlin als Schatzmeisterin beim SERC aktiv. Sie sei immer hinter dem Verein gestanden, der Verein habe sie geprägt, auch für den späteren Einsatz bei Mach-Mit, hat sie einmal verraten. Bis ins hohe Alter hat die umtriebige Schwenningerin stets das Geschehen in ihrem SERC mitverfolgt.

1994 begann Lotte Sütterlins Engagement für die Kommunalpolitik: Drei Legislaturperioden saß sie für die CDU im Gemeinderat und nahm nie ein Blatt vor den Mund, immer sagte Lotte Sütterlin was sie dachte und setzte sich stark für die Belanger der Schwenninger Bürger ein, für die sie eine wichtige Ansprechpartnerin war. 2013 hat Lotte Sütterlin den ersten Paul-Harris-Preis für soziales Engagement erhalten, eine Auszeichnung, die der Rotary-Club Villingen-Schwenningen seit damals an besonders verdiente Persönlichkeiten vergibt.

Bei all ihren vielfältigen Aktivitäten stellte Lotte Sütterlin ihre Privatleben immer hintenan. Ihr Ehemann Lothar war ihr eine wichtige Stütze, 30 Jahre waren die beiden verheiratet. Sein früher Tod 1986 war ein schwerer Schlag für Lotte Sütterlin. Trotz dieses Schicksalsschlags verlor sie ihren Humor und ihre Geselligkeit nicht, sie pflegte viele Freundschaften und war viel unterwegs.

Zuletzt hatte Lotte Sütterlin im Bürgerheim in Schwenningen gelebt und selbst hier noch nahm sie aufmerksam am Geschehen um sie herum teil: So hat sie 2018 bei einem Besuch von Jürgen Roth während des OB-Wahlkampfs gleich auf ein Problem aufmerksam gemacht, das alle Bewohner entlang der Salinenstraße betreffe und damit auch die im Bürgerheim: Wegen der dort endenden 30er-Zone beschleunigten die Autos vor dem Haus, was zu einem höheren Lärmpegel führt.

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