Die Einwohnerzahl der Doppelstadt ist seit 2012 spürbar nach oben gegangen: Von rund 81 200 Einwohnern auf rund 84 400 zum Jahresende 2016. Das geht aus der neuesten Einwohnerstatistik der Stadt hervor. Hauptursache für den massiven Zuwachs ist nach Feststellung der Stadt die Zuwanderung von Flüchtlingen. Mit dem Abklingen des Flüchtlingszustroms seit Ende 2015 sinkt die Einwohnerzahl wieder.

Besonders signifikant war der Einwohnerzuwachs von 2013 auf 2014 mit einem Plus von 838 Einwohnern sowie von 2014 auf 2015, als die Stadt um 2689 gewachsen ist. Dies geht aus den von der Statistikstelle der Stadt erhobenen Einwohnerzahlen hervor. von 2015 auf 2016 sank die Einwohnerzahl dann vom vorläufigen Höchststand von fast 84 900 um rund 500 Personen.

Im Zeitraum von 2011 bis 2016 sind hauptsächlich die Stadtbezirke Villingen (+ 5,2 Prozent), Schwenningen (+ 6,5 Prozent) sowie Weigheim (+ 8,8 Prozent) gewachsen. Alle anderen kleinen Stadtbezirke von Villingen-Schwenningen haben in diesem Zeitraum dagegen Einwohner verloren: zwischen 0,1 Prozent in Marbach bis 5,5 Prozent in Herzogenweiler.

Hauptursache für den Einwohnerzuwachs ist nach Feststellung der städtischen Statistiker bei der Flüchtlingszuwanderung zu suchen, speziell der große Zuwachs in den Stadtbezirken Villingen und Schwenningen von 2014 auf 2015. Doch warum wächst Weigheim so stark. Diese Frage ist bislang noch ein Rätsel. Die städtische Presseprecherin Madlen Falke erklärt dazu: „Der Zuwachs in Weigheim ist auch für uns überraschend, die Gründe hierfür sind noch zu erarbeiten.“

Dass Villingen-Schwenningen, dessen Bevölkerung seit vielen Jahren bei rund 81 000 Einwohnern stagniert, auf einmal solche Zuwächse verzeichnet, kam auch für die Statistiker überraschend. „Der Flüchtlingsstrom war nicht vorhersehbar, daher konnten wir diesen auch nicht in unserer Bevölkerungsvorausrechnung berücksichtigen, was wir auch tatsächlich nicht gemacht haben“, erläutert dazu Pressesprecherin Falke. Damit lagen die Hochrechnungen der Stadt für 2015 rund 2000 Einwohner unter dem tatsächlichen Stand. Das bedeutet auch, dass die aktuelle, auf Zahlen des Statistischen Landesamtes basierende Bevölkerungsprognose bis 2030 auf einer reinen Betrachtung der Bevölkerung ohne die Flüchtlingszahlen beruht.

Nach diesen Prognosen erscheint es aus heutiger Sicht höchst unwahrscheinlich, dass Villingen-Schwenningen in den nächsten Jahren die 90 000-Einwohner-Grenze knacken und vielleicht bis 2030 zur Großstadt mit 100 000 Einwohner werden könnte. Die Experten vom Statistischen Landesamt erwarten bis 2020 einen Einwohnerstand von voraussichtlich 85 300. Mit einer weiteren großen Flüchtlingswelle wird derzeit nicht gerechnet. Im Mittel von zwei möglichen Szenarien liegt die Einwohnerzahl im Jahr 2030 demnach um 3,1 Prozent über dem Stand von 2014. Der Stadtbezirk Villingen würde nach dieser Bevölkerungsvorausberechnung um 8,9 Prozent wachsen, Schwenningen dagegen um 1,2 Prozent und die kleinen Ortschaften in Summe um 3,2 Prozent schrumpfen.

Bevölkerung in Villingen-Schwenningen

  • Herkunft: Deutsche ohne Migrationshintergrund: 48 005 (56,9 Prozent); Deutsche mit Migrationshintergrund: 20 817 (24,7 Prozent), Ausländer 15 500 (18,4). Stärkste ausländische Nationalitäten sind Italiener (2200 Personen) und Türken (1679).
  • Geschlecht: Frauen 50,6%; Männer 49,4%
  • Konfessionen: Römisch-katholisch 36,0%; evangelisch 25,2%