Mit guten und schlechten Nachrichten war Jochen Cabanis, Geschäftsführer des Zweckverbandes Breitbandversorgung, in die Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend ins Schwenninger Rathaus gekommen. Er wollte die Stadträte auf den neuesten Stand in Sachen Breitbandausbau bringen. Die Überraschung: Durch neue Förderrichtlinien können alle VS-Schulen an das Breitbandnetz angeschlossen werden, wenn die Anträge genehmigt werden.

„Die sollen noch dieses Jahr raus“, so Cabanis. Das habe oberste Priorität: „Mehr werden wir nie wieder bekommen.“ Er rechne mit einem zweistelligen Millionenbetrag. „Wir versuchen, da soviel wie möglich für sie rauszuholen“, bekräftigte der Geschäftsführer. Da auch die Strecke zu den Schulen bezuschusst werde, könnten quasi alle Häuser entlang dieser Strecke mit versorgt werden.

Allerdings räumte der Geschäftsführer ein, dass die Anträge für die Schulen die Hälfte der Ressourcen des Zweckverbandes, der ja nicht nur für VS zuständig ist, auffrisst. Bislang waren diese Gebiete nicht förderfähig, der Bund stellt dafür aber eine Sonderförderung in Aussicht, die auch Gewerbegebiete und Krankenhäuser umfasst. Auch hier sollen Anträge gestellt werden.

  • Hier wird es länger dauern: Eine Verzögerung bringen die neuen Förderrichtlinien aber für den Ausbau in Obereschach, Villingen Süd und Schwenningen Südwest, da neue Markterkundungen durchgeführt werden müssen. Dies liegt daran, dass die Mittel jetzt vom Bund kommen und sogar noch eine Co-Finanzierung über das Land möglich ist. „Theoretisch wären so 90 Prozent Fördermittel möglich“, führte Cabanis aus. Realistisch würde der Zweckverband aber mit 60 Prozent kalkulieren.
  • Hier geht es voran: Endlich voran geht es in Marbach, da konnte Jochen Cabanis mit Ortsvorsteherin Diana Kern-Epple letzte Woche in Stuttgart die Förderzusage für den Ausbau entgegennehmen. „Da haben wir lange für gekämpft“, so Cabanis. Es sei aber gelungen, nachzuweisen, dass es in Marbach eine Unterversorgung gäbe und die Maßnahme damit förderfähig sei. Allerdings habe man in Stuttgart auch erfahren, dass die Landestöpfe für dieses Jahr ausgeschöpft sind, hier also aktuell kein Geld mehr fließt, erklärte Jörg Röber von der Stabstelle Digitalisierung.

Da der Bund auch Fördermittel für die Anbindung von sogenannten weißen Flecken, also bisher unterversorgten Gebieten, bereitstellt, könnten so Teilnetze in Obereschach, Weilersbach, Mühlhausen, Weigheim und Villingen Süd realisiert werden.

Abgeschlossen seien die Maßnahmen in Pfaffenweiler, Tannheim und Rietheim, im Zentralbereich, in Vockenhausen und Schwenningen Ost. „Auch das Messegelände ist jetzt angeschlossen“, erklärte Jochen Cabanis. Künftig könne man bei allen Messen freies WLAN anbieten.

  • Hier ist die Freude groß: Ulrike Salat von den Grünen freute sich über die Erfolge des Zweckverbandes und erklärte, dass man beispielsweise in Tübingen noch nicht soweit sei. Dies habe sie kürzlich bei einem Besuch erfahren. „Das ist wirklich ein Glanzstück hier in Villingen-Schwenningen.“ Wenn für den Anschluss der Schulen „die ganze Stadt umgegraben“ wird, sollte man auf jeden Fall an das Radwege-Netz denken. Baubürgermeister Bührer sagte zu, dies in die Baustellen-Konzeption einzuarbeiten.

Bernd Lohmiller von der SPD freut sich für die leidgeprüften Marbacher Bürger: „Zum Glück hat es jetzt noch gereicht.“ Gudrun Furtwängler fragte nach, ob es sein könne, dass kleine Grundschulen aus der Förderung rausfallen. „Das könnte sein“, räumte Cabanis ein, obwohl dies ein falsches Signal sei, gerade diese müssten auch von der Digitalisierung profitieren.