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Die Ausweitung der Tests auf das Coronavirus scheitert aktuell vor allem an fehlenden Test-Reagenzien in den Testlabors. Das berichtet die Ärztin Karin Todoroff, die als Notdienstbeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung das bisherige Corona-Testzentrum auf dem Schwenninger Messegelände und seit Montag die Nachfolge-Einrichtung, die Fieberambulanz, hinter der Messe in der Halle des Schwenninger Tennisclubs organisiert hat.

In der Ambulanz selbst, so betont die Allgemeinmedizinerin aus Bad Dürrheim-Sunthausen, gebe es genügend Material für Speichelabstriche bei den Patienten. Der Engpass liege derzeit in den Testlaboren. Dort fehle es an den entsprechenden Chemikalien zur Überprüfung der Virus-Tests. Diese Chemikalien werden nach Kenntnis der Ärztin vor allem aus Indien produziert und angeliefert. Wie lange es dauert, bis die Lieferengpässe behoben seien, sei vor Ort nicht absehbar. Eine Steigerung der Tests sei momentan daher nicht möglich.

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Letzte Woche, so erklärte sie auf Anfrage, seien täglich im Testzentrum rund 60 bis 70 Abstriche von Patienten entnommen worden. Am Wochenende seien es nur noch rund 15 bis 20 Tests gewesen. Sie würden von den Ärzten und Mitarbeitern nach den Kriterien vorgenommen, die vom Robert-Koch-Institut aufgestellt wurden. Sämtliche Tests würden auch von den Labors abgeholt.

Ärztin Karin Todoroff.
Ärztin Karin Todoroff. | Bild: Karin Todoroff

Die anfängliche Kritik von Patienten, dass die Besucher im Testzentrum zu dicht im Wartebereich sitzen und die Wartezeiten oft sehr lang seien, hat sich laut Karin Todoroff schnell verflüchtigt. In den ersten beiden Tagen nach der Öffnung habe es einen großen Andrang gegeben, der sich dann gelegt habe. Mit der neuen Fieberambulanz in der Tennishalle sieht die Situation ganz anders aus, weil die Einrichtung völlig anders organisiert wurde. „Die Patienten warten jetzt in ihrem Auto, bis sie aufgerufen werden“. Im eigentliche Wartebereich würden sich jetzt nur noch wenige Patienten aufhalten.

Die Arbeit in der Ambulanz wird von drei Ärzten und ungefähr zehn Hilfspersonen geleistet, berichtet die Ärztin. Sie arbeiten, wie schon im ehemaligen Test-Zentrum „alle unter Vollschutz“, also mit Anzug und Masken. Von diesen gut geschützten Helfern habe sich daher bisher auch noch keiner angesteckt.

Wie berichtet, hat der Landkreis und die Kassenärztliche Vereinigung diese Ambulanz seit Montag eingerichtet, um die Praxen der niedergelassenen Ärzte zu entlasten. Im Landkreis sind bislang laut Gesundheitsamt rund zehn Arztpraxen ausgefallen, weil die Ärzte oder Mitarbeitern sich infiziert haben.

Öffnungszeiten

Die Ambulanz in der Tennishalle hinter dem Schwenninger Messegelände hat von Montag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr und am Freitag von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten werden dem Bedarf angepasst. Für die Fieberambulanz gibt es eine Ausschilderung. Zugang haben nur Patienten, die eine Überweisung ihres Arztes haben.