Ein knappes Jahr nach dem Großbrand an der Ecke von Gerberstraße und Paradiesgasse stand am Donnerstag in der Früh erneut ein Haus in der Villinger Altstadt-Straße in Flammen.

Im dritten Stock des Gebäudes der Metzgerei Paul qualmte es am Morgen kurz nach Sonnenaufgang aus den Fenstern. Der Dachstuhl schien vorerst nicht betroffen. Die Feuerwehr war rasch vor Ort und konnte das Feuer schnell bändigen.

Feuer in der Villinger Innenstadt.
Feuer in der Villinger Innenstadt. | Bild: Elke Rauls

Der Ursprung des Feuers ist nach Angaben der Feuerwehr der Flur im Erdgeschoss. Nach ersten Erkenntnissen sind zwei Stockwerke verraucht und fünf Personen seien mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Erste Bewohner sind um 9 Uhr wieder aus dem Klinikum entlassen worden, darunter ein kleiner Junge. Die Bewohner stehen am Morgen vor dem Gebäude. Sie sind sichtlich unter Schock und werden aktuell nicht betreut. Eine Frau sagt mit zitternden Händen: „Ich habe Angst, ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll“.

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Kommandant Ralf Hofmann zum SÜDKURIER: Die Stelle des Ausbruchs des Feuers sei klar ersichtlich gewesen. Vom Flur im Erdgeschoss ausgehend, hätten sich die Flammen auf die Wurstküche ausgebreitet.

Der Villinger Feuerwehrkommandant Ralf Hofmann im Gespräch mit dem SÜDKURIER:

Video: Norbert Trippl

„Alles ist da kaputt, Waren, viele Gerätschaften.“ Der Schaden belaufe sich mindestens auf 100.000 Euro. Auch Garagen im rückwärtigen Bereich des Anwesens seien vom Feuer erreicht worden.

In der Villinger Innenstadt brannte es am Donnerstagmorgen.
In der Villinger Innenstadt brannte es am Donnerstagmorgen. | Bild: Elke Rauls

Priorität sei die Menschenrettung und die Sicherung der umliegenden Häuser gewesen. „Wir haben erst einmal an allen  Türklingeln Sturm geschellt“, sagt Hofmann. Dann seien die Löschkräfte ins Haus vorgedrungen.

Als vier Menschen aus den oberen Stockwerken ins Freie gebracht gewesen seien, habe es plötzlich ergänzend geheißen, es halte sich noch ein 94-Jähriger im Haus auf.

Wieder stürmten die Männer in das Haus, fanden den Senior. „Es ist gelungen, den Mann noch über die Treppe ins Freie zu bringen – wie alle anderen zuvor auch“, so Hofmann weiter.

Mittlerweile konnte der SÜDKURIER mit dem Pächter der Metzgerei, Erich Bärenbold, sprechen: „Die Metzgerei muss bis auf Weiteres geschlossen bleiben, alles Weitere wird sich in den nächsten Stunden ergeben“.

Im rußgeschwängerten Verkaufsraum steht gegen 9 Uhr die gesammelte Belegeschaft, die zum Dienst antreten wollte. Jetzt trinken sie zusammen sorgenvoll einen Kaffee und stehen vor leeren Wursttheken, in denen noch Löschwasser zu sehen ist.

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Brandstiftung seitens Dritter kann nach Meinung von Experten so gut wie ausgeschlossen werden, der Hausflur des Gebäudes sei abgeschlossen gewesen.

Für Kenner solcher Brände kommt in den ersten Stunden nach dem Feuer als wahrscheinlichste Ursache „die Elektrik im Hause“ in Frage, wie sich ein Retter am Donnerstagmorgen gegenüber dieser Zeitung ausdrückte.    

Die Feuerwehr im Einsatz.
Die Feuerwehr im Einsatz. | Bild: Elke Rauls
Die Feuerwehr konnte den Brand löschen.
Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. | Bild: Elke Rauls

Fast wieder ein normales Bild am Donnerstag um Halbneun: Die Feuerwehr ist abgerückt, zurück bleiben eine zerstörte Metzgerei und verrauchte Wohneinheiten mit Rußschäden in den Etagen eins und zwei des Hauses.

So sieht es nach dem Brand aus.
So sieht es nach dem Brand aus. | Bild: Elke Rauls