Villingen-Schwenningen – (wmf) Der Vorstand des FC 08 Villingen hat seit Dienstagabend ein neues Gesicht: Andreas Flöß wurde bei der Mitgliederversammlung im Münsterzentrum in die Führungsriege des Traditionsvereins gewählt. Flöß, der von den 79 anwesenden Mitgliedern einstimmig ins Amt berufen wurde, übernimmt künftig das neu geschaffene Ressort Infrastruktur und Technik. Die Zahl der Vorstandsmitglieder erhöhte sich allerdings nicht, denn Mario Ketterer gab seinen Abschied als geschäftsführender Vorstand bekannt. Der 36-Jährige legte sein Amt aus „zeitlichen und persönlichen Gründen“ nieder.

Ketterer, der in Schönenbach wohnt, war zwölf Jahre als Spieler und 18 Monate als Geschäftsführer für die Nullachter aktiv. Dies war für den kaufmännischen Leiter der Firma Grimm Zuführtechnik (Spaichingen) zeitlich nicht mehr zu stemmen. Deshalb zog der ehemalige Fußballer einen Schlussstrich unter die Ära FC 08 Villingen. „Die Belastung ist einfach zu hoch“, sagte Ketterer, um sogleich hinzuzufügen: „Wir sehen uns auf dem Sportplatz wieder, ganz bestimmt.“

Für Ketterer rückte ein Mann in den Vorstand nach, der bislang schon als Beiratsvorsitzender für den Klub tätig war: Andreas Flöß. Der Villinger Architekt trat in den vergangenen Monaten beim Umbau der MS Technologie-Arena öffentlich in Erscheinung. Er zeichnete maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich das Stadion im August beim DFB-Pokalspiel gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf als wahres Schmuckkästchen präsentierte. „Dafür wird er jetzt mit einem Vorstandsposten belohnt“, sagte FC 08-Präsident Leopold Grimm. „Ich nehme die Wahl mit großer Demut an“, erwiderte Flöß und erläuterte seine künftigen Projekte: „Ein Verein dieser Größe braucht mehr Mitglieder. Deshalb wollen wir ein Vereinsleben aufbauen.“ Wenn der FC 08 noch mehr solch grandiose Fußballfeste im Friedengrund feiern wolle, müsse die Infrastruktur weiter wachsen. „Wir wollen die Vereinsgaststätte ausbauen und die Geschäftsstelle direkt im Stadion ansiedeln. Außerdem bauen wir einen Kunstrasenplatz, kündigte der 44-Jährige an.

Was die Finanzen betrifft, ist der Klub zwar solide aufgestellt, aber längst nicht auf Rosen gebettet. Das Geschäftsjahr 2018 schloss der FC 08 mit einem Minus von 14.500 Euro ab. Einnahmen in Höhe von 786.500 Euro standen Ausgaben von 801.000 Euro gegenüber. Außerdem müssen die Nullachter noch Darlehen in Höhe von 163.000 Euro tilgen. „Wir haben immer noch keine Sparbücher“, umschrieb Präsident Grimm die finanzielle Situation. Beim nächsten Geschäftsbericht dürften die Zahlen wesentlich freundlicher aussehen, denn allein das Spiel gegen Düsseldorf spülte dem Oberligisten 200.000 Euro in die Kasse. Außerdem trägt die Arbeit von Armin Distel (Vorstand Marketing/Strategie) inzwischen Früchte. „Er hat die Zahl der Sponsoren verdoppelt“, lobte Grimm seinen Kollegen.

Im Rahmen der Versammlung wurde erneut eine Satzungsänderung beschlossen. Musste der Vorstand bislang vier bis fünf Mitglieder umfassen, so reichen künftig zwei Mandatsträger. Außerdem sind die Ämter nicht mehr an bestimmte Funktionen gebunden. Vielmehr kann die Führungsriege die Aufgaben künftig in eigener Regie unter sich aufteilen. Bernadette Mangold wurde im Amt als Jugendvorstand bestätigt.

In der Vermarktung der Marke
FC 08 Villingen will der Klub neue Wege beschreiten. Bald wird es für die Fans möglich sein, Trikots mit den Namen der jeweiligen Spieler zu erwerben.