Villingen-Schwenningen – Aufbruch in die Zukunft: Unter diesem Motto stand die Jahreshauptversammlung des FC 08 Villingen am Donnerstagabend im kleinen Saal des Münsterzentrums. Schwerpunkt-Themen waren die Neuwahlen und eine Satzungsänderung. Beide Punkte wurden von den 93 anwesenden Mitgliedern ohne Gegenstimme abgesegnet.

Kein Zweifel, der Verlauf der vergangenen Saison hat bei dem Traditionsverein, der in diesem Jahr seinen 110. Geburtstag feiert, einen unbändigen Ehrgeiz geweckt. Nach dem haarscharf verpassten Aufstieg in die Regionalliga wurde diese Spielklasse nun als sportliches Ziel ausgerufen. „Was wir in der Relegation gegen Alzenau und Pirmasens erlebt haben, hat bei uns Appetit auf mehr geweckt. Nun wollen wir den Aufstieg schaffen und uns mittelfristig in der Regionalliga Südwest etablieren“, sagte FC 08-Präsident Leo Grimm. Damit nicht genug: Die Nullachter peilen langfristig sogar den Sprung in die 3. Liga an. Dieses Vorhaben wollte der Unternehmer aus Spaichingen nicht als Träumerei verstanden wissen, sondern als Ergebnis mustergültiger Planung. „Wir haben keine Visionen, sondern konkrete Ziele“, betonte Grimm.

Mit dem anvisierten Sprung in den professionellen Fußball gehen strukturelle Veränderungen einher. Schritt eins ist der Umbau des Stadions, für den die Stadt Villingen-Schwenningen bereits in diesem Jahr 1,3 Millionen Euro locker macht. Im Zuge der Baumaßnahmen freut sich Grimm vor allem auf die neue Flutlichtanlage. „Dann können wir endlich Freitagabend-Spiele austragen und neue Zuschauer ins Stadion locken.“ Ist der Sprung in die Regionalliga geschafft, rechnen die Verantwortlichen mit durchschnittlich 2500 Besuchern pro Heimspiel, in der 3. Liga sogar mit bis zu 5000 Fans. Die Zahl der Mitglieder, derzeit sind es rund 600, soll auf 1000 Mitglieder steigen und ein geplantes Nachwuchsleistungszentrum für ausreichend Fußball-Talente sorgen.

Diese Ziele lassen sich mit den aktuellen Voraussetzungen nicht verwirklichen. Deshalb wurde der Vorstand erweitert. „Um die Aufgaben zu stemmen, brauchen wir mehr Schultern“, sagte Grimm. Diese Schultern wurden bei den Neuwahlen, die allesamt einstimmig erfolgten, auch gefunden. Präsident bleibt Leo Grimm. Neu im Team der Vereinsführung sind Armin Distel als Vorstand Marketing und der 55-jährige Reinhard Warrle, der den Bereich Finanzen übernimmt. Mario Ketterer, der bislang interimsmäßig als Sportlicher Leiter in der Verantwortung stand, löst Gaetano Cristilli als Geschäftsführer ab. Der Inhaber eines Fitness-Studios will sich mit ganzer Kraft der Oberbürgermeister-Wahl in VS widmen. „Sportlich sind wir schon sehr weit, nur bei den Strukturen hapert es noch“, sagte Ketterer bei seiner Antrittsrede. An seiner Stelle wird Arasch Yahyaijan neuer Vorstand Sport. Um diese Rolle möglichst unbefangen ausüben zu können, wird er demnächst seine Arbeit als Co-Trainer der Oberligamannschaft aufgeben. Jugendleiterin bleibt Bernadette Mangold, die für ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem Blumenstrauß geehrt wurde. Marcel Yahyaijan übernimmt die Leitung der Geschäftsstelle.

Der FC 08 Villingen hat auch im vergangenen Geschäftsjahr grundsolide gewirtschaftet. Dies wurde aus dem Kassenbericht von Wolfgang Holzinger deutlich, der zum letzten Mal als Schatzmeister vor die Versammlung trat. Den Einnahmen in Höhe von 770 500 Euro standen 796 300 Euro an Ausgaben gegenüber – macht ein Minus von 25 800 Euro. „Dieser Verlust kam nur zustande, weil wir noch Umsatzsteuer vom DFB-Pokalspiel gegen den FC Schalke 04 bezahlen mussten. Ansonsten hätte das Minus lediglich 18 Euro betragen“, sagte der 70-Jährige, der von den Mitgliedern mit stehendem Applaus verabschiedet wurde.

Die mit nur drei Enthaltungen vorgenommene Satzungsänderung erweitert die Kompetenzen des FC 08-Präsidenten. Leo Grimm ist künftig nicht mehr nur Repräsentant des Villinger Vereins, sondern im Vorstand stimmberechtigt. Grimm: „Für mich ist es wichtig, dass ich in meinem Amt auch mitentscheiden kann.“