Der Seniorenrat der Stadt Villingen-Schwenningen trifft sich alle drei Monate. Am Montag tagte das Gremium im Café auf dem Dach des Heilig-Geist-Spitals in der Bleichestraße 54. Bei dieser Gelegenheit erhielten die Mitglieder des Seniorenrats eine Führung durch den Neubau, die Einrichtungsleiter Jakob Broll übernahm.

  • Bestandsaufnahme: Er führte aus, dass der Neubau des Heilig-Geist-Spitals mittlerweile 37 Bewohner habe, die auf drei Wohngruppen aufgeteilt sind. Vorgesehen ist, dass in jeder Wohngruppe maximal 13 Bewohner zu Hause sind. Diese haben jeweils ein eigenes Zimmer, entweder ein Standardzimmer auf knapp 20 Quadratmetern, oder ein etwas teureres Komfortzimmer, das immerhin 25 Quadratmeter Fläche besitzt. Dazu gibt es in jeder Gruppe eine offen zugängliche Küche, einen großen Gemeinschaftsraum und ein größeres Wohnzimmer.
  • Ausblick: Insgesamt verfügt der Komplex über sieben Wohngruppen, die nach und nach in Betrieb genommen werden sollen. In den kommenden Tagen würden weitere Bewohner vom alten Gebäude in der Schertlestraße in den Neubau umziehen. "Wir führen mit den Angehörigen Gespräche und finden Lösungen", sagte Broll auf die Frage, was mit den Pflegebedürftigen geschieht, die nicht umziehen wollen. Sollten nicht alle Plätze an Bestandsbewohner vergeben werden, würden externe Interessenten die Pflegeheimplätze erhalten. Wann das gesamte Haus belegt sein wird, ist ungewiss.
  • Pflegenotstand: Der Pflegenotstand habe noch keine Auswirkungen auf sein Haus, sagte Broll. "Was den Verteilungsschlüssel angeht, sind wir im möglichen Korridor ganz oben", so der Einrichtungsleiter über das zahlenmäßige Verhältnis von Bewohnern zu Pflegekräften. Allerdings gelte es, sich schon jetzt Gedanken darüber zu machen, wie zukünftig Fachpersonal gewonnen werden könne. "Eine Stelle zu schaffen ist meist das geringere Problem", meint Broll, "Aber wir müssen erstmal Fachpersonal finden". Dazu müsse man sich im Ausland bedienen. "Die Personen müssen unbedingt Sprachkurse machen", mahnte Seniorenrat-Mitglied Susanne Schneider, woraufhin Broll beruhigte: "Das ist Bedingung für die staatliche Zulassung."

Bei der Sitzung des Seniorenrats wurden weitere Themen aufgegriffen.

  • Bericht über Gefahrstellen: Michael Moser ist Vorsitzender des Seniorenrats und berichtete von einer sehr großen und positiven Resonanz auf einen Bericht des SÜDKURIER. In einer gemeinsamen Ortsbegehung wurden Stellen ausfindig gemacht, die der Winterdienst nicht abdeckt und die deswegen bei Glatteis für ältere Menschen sehr gefährlich werden können. "Daraufhin haben sich sehr viele Menschen gemeldet und bedankt", sagte Moser.
  • Café am Friedhof: Susanne Schneider versteht die Welt nicht mehr: "Ich habe damit gerechnet, dass es Anfragen ohne Ende gibt." Tatsächlich gemeldet habe sich kein einziger, der als Pächter daran interessiert sei, das Café zu betreiben. Schneider vermisst den Mut bei jungen Leuten, sich mal etwas zu trauen. "Sicherlich ist es ein Neubau und damit auch etwas teurer", so Schneider, "Aber dafür wird alles an die Wünsche des Pächters angepasst". Der Investor sei obendrein sehr sozial eingestellt: "Sicher ließe er auch hinsichtlich der Pacht mit sich reden."
  • Villinger Kurgarten: "Wir sind nun mal keine Kurstadt mehr", sagte Moser. Der Kurgarten sei das letzte Überbleibsel aus der Kurststadt-Zeit und die Stadt habe kein Geld übrig, um diesen in Schuss zu halten. Der Seniorenrat wird den Kurgarten gemeinsam mit der Stiftung Liebenau am 16. Mai verschönern. Ende Mai soll dort ein Konzert stattfinden, das von der Musikakademie Villingen-Schwenningen durchgeführt wird.
  • Eigenes Büro: Der Seniorenrat wird ein Büro in der Erzbergerstraße 28 in Schwenningen beziehen und dort jeden Monat eine Sprechstunde anbieten.