Beim Ausbau der Kindertageseinrichtungen in der Doppelstadt bewegt sich etwas. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis eine Entlastung wirksam wird. Am weitesten ist derzeit die Kikripp-Einrichtung. Dort wird ein Anbau auf dem Gelände erstellt. Wenn der fertig ist, können 30 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Auch am Klinikum soll ein zweites Gebäude errichtet werden, um künftig in dem Kindergarten sieben Gruppen (bisher fünf) unterzubringen. Doch der Bedarf am Schwarzwald-Baar-Klinikum ist enorm hoch, daher schlägt die Stadtverwaltung nun vor, dass Gebäude noch einmal größer auszulegen. Dann könnten ab September 2020 insgesamt acht Gruppen betreut werden. Darüber soll am 21. März ab 17 Uhr im Münsterzentrum der Jugendhilfeausschuss entscheiden.

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Gerade die Entwicklung des Klinikum-Kindergartens macht deutlich, wie kritisch die Situation in der Doppelstadt ist. In der ursprünglich für vier Gruppen geplanten Einrichtung sind derzeit schon fünf mit insgesamt 70 Kindern untergebracht. Die zusätzliche Gruppe fand nur noch Platz im Bewegungsraum, sodass dieses zusätzliche Angebot derzeit nicht genutzt werden kann. Wenn das zweite Gebäude fertig ist, erhielte auch diese Gruppe wieder einen eigenen Raum. Falls der Jugendhilfeausschuss zustimmt, könnten in 1,5 Jahren bis zu 112 Plätze zur Verfügung stehen.

Prüfung des Beethovenhauses

Auch das Beethovenhaus in Schwenningen wird derzeit überprüft, ob dort Platz für Kindergartengruppen besteht. Das gab Oberbürgermeister Jürgen Roth in der vergangenen Gemeinderatssitzung bekannt. Momentan ist das Gebäude besenrein geschlossen. Erst wenn klar ist, dass die Halle nicht mehr gebraucht wird – abgesagt hat bisher die Hochschule für Polizei, die sie nicht für einen zusätzlichen Hörsaal benötigt -, wird entschieden, wie es weitergeht. Dann könnte auch ein Abriss zur Debatte stehen, um in diesem Gebiet Schwenningens Platz für neuen Wohnraum zu schaffen.

Neue Kriterien

Unmut riefen dieses Jahr die Vergabekriterien für Kindergartenplätze hervor. Nicht immer waren sie transparent. Das möchte die Stadtverwaltung nun ändern und stellt das neue Verfahren am 21. März im Jugendhilfeausschuss zur Diskussion. Derzeit besteht ab dem ersten Lebensjahr des Kindes ein Rechtsanspruch auf einen Platz. Allerdings fehlen aktuell nach wie vor etwa 400 Betreuungsplätze, daher werden als Prioritäten zur Vergabe die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie sozialpädagogische Gründe (wie Einschulung im nächsten Jahr) festgelegt. Die neuen Aufnahmekriterien sollen ab 1. Januar 2020 in Kraft treten.