Noch ist gar nicht bekannt, wann der neue hauptamtliche Feuerwehrkommandant und künftige Leiter des Feuerwehramts, Markus Megerle, seinen Dienst in Villingen-Schwenningen antritt, da steht er bereits im Mittelpunkt einer Debatte: Dass er seinen Wohnsitz in Horb behalten will und nach VS pendelt – und vor allem wie er das tut, möglicherweise mit einem Dienstwagen, -, machte Freie Wähler-Stadtrat Bertold Ummenhofer zum Gegenstand einer Anfrage im Verwaltungs- und Kulturausschuss.

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Schon während Ummenhofers Wortbeitrag wirkte die Miene von Oberbürgermeister Jürgen Roth zusehends versteinert. Ummenhofers Einwurf hielt er für „politisch unklug“. Er konterkariere Roths Bemühen, die Feuerwehr „aus den Schlagzeilen zu bringen“. Am Liebsten wäre es Roth, aus der öffentlichen Sitzung gar nicht zu berichten. Andererseits machte Ummenhofers Frage auch deutlich, dass zumindest der Stadtrat, der als früherer Kommandant aber auch das Innenleben der Feuerwehr kennt, Aufklärungsbedarf hinter der langen Anfahrtszeit sieht. 64 Kilometer beträgt die einfache Fahrt von Villingen nach Horb. Ummenhofer wandte sich dagegen, dass Megerle ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt wird, vor allem nicht der Einsatzleitwagen.

Markus Megerle, der neue Feuerwehrchef, wird pendeln, rechts neben ihm Oberbürgermeister Jürgen Roth. Ob Megerle einen Dienstwagen erhält, war urplötzlich Thema im VS-Verwaltungs- und Kulturausschuss.
Markus Megerle, der neue Feuerwehrchef, wird pendeln, rechts neben ihm Oberbürgermeister Jürgen Roth. Ob Megerle einen Dienstwagen erhält, war urplötzlich Thema im VS-Verwaltungs- und Kulturausschuss. | Bild: Trippl, Norbert

Der Freie Wähler-Stadtrat machte klar, dass er Megerle mitgewählt habe, weil er der Favorit des Feuerwehrausschusses war. Doch dessen Absicht, in Horb wohnen zu bleiben, lässt eine Situation entstehen, die Ummenhofer selbst als nicht glücklich einschätzt. Er verwies darauf, dass es bis 1994 eine Residenzpflicht für Kommandanten gab, sie mussten also in Villingen-Schwenningen leben. Für den Freien Wähler besteht kein Anlass, ihm den Einsatzleitwagen zur Verfügung zu stellen. Falls es beispielsweise zu einem Großbrand käme, habe die Feuerwehr VS hervorragende Einsatzleiter vor Ort. Da sei es letztendlich egal, ob Megerle 45 Minuten im Privatfahrzeug oder 35 Minuten im Dienstwagen mit Blaulicht in die Doppelstadt benötige.

Hervorragende Einsatzleiter vor Ort

Bei Roth stieß Ummenhofers Beitrag auf heftigen Unwillen, vor allem weil er in der öffentlichen Sitzung vorgetragen wurde. „Hätten Sie mich angerufen“, hätte Roth dem Stadtrat gesagt, dass die Überlassung eines Dienstfahrzeugs derzeit kein Thema sei, denn „wir haben tatsächlich hervorragende Einsatzleiter und ein hervorragendes Team vor Ort“. Ob irgendwann einmal die entsprechende Notwendigkeit bestehe, Megerle ein Blaulichtfahrzeug zur Verfügung zu stellen, müsse derzeit nicht problematisiert werden. Aber selbst wenn dies geschehe, würden die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit berücksichtigt. Ummenhofer betonte, er habe nichts Negatives über die Feuerwehr gesagt. Er habe die Anfrage nur gestellt, weil kurz zuvor über den Dienstwagen des Oberbürgermeisters diskutiert wurde.