Bei ihrer Abschlussfeier konnten die Schulleitung und das gesamte Kollegium der Gemeinschaftsschule am Bickeberg auf das erfolgreiche Gelingen einer vormals umstrittenen und auch heute noch nicht von allen geliebten Schulidee schauen. Die ersten 39 Schüler, die an der vor sechs Jahren zur Gemeinschaftsschule umformierten Schule die mittlere Reife geschafft haben, verlassen die Schule. Die ersten 33 Hauptschüler, die sich in der 8. Klasse für diesen Bildungsabschluss entschieden hatten, verlassen ebenfalls die Bickebergschule, um mit einer Berufsausbildung fortzufahren. Und auf diesen Erfolg ist die ganze Schule stolz und Schulleiter Alexander Hermann nahm dies zum Anlass, noch einmal kritisch Rückschau zu halten.

Als eine der ersten Gemeinschaftsschulen im Lande stand die Bickebergschule bereits seit der Gründung durch den ehemaligen Direktor Hannes Bürner immer im kritischen Rampenlicht. Umso wichtiger sei es ihm heute, von den erhofften Erfolgen berichten zu können, so Hermann. Von den 39 Schülern, die aktuell die Prüfung der mittleren Reife bestanden haben, wechsle ein Großteil an ein berufliches Gymnasium. Und das, obwohl man vor sechs Jahren mit Schülern gestartet sei, die ursprünglich eine Hauptschulempfehlung hatten. Dass dies möglich ist, sei ein positiver Aspekt der hohen Durchlässigkeit, die das pädagogische Konzept der Gemeinschaftsschule biete, so Hermann. Erst in der neunten Klasse müssen Eltern und Schüler entscheiden, welchen Weg sie künftig gehen wollen. Das kann der mittlere Abschluss mit Perspektive auf eine gymnasiale Schulausbildung bis zum Abitur sein oder ein Hauptschulabschluss, dem in den meisten Fällen eine solide Berufsausbildung folgt.

"Unsere Schüler haben sich zu selbstbewussten und selbstständigen Kindern entwickelt, die zusätzlich einen gesunden Ehrgeiz entwickelt haben", bestätigt auch Christian Joos, einer der Teamleiter an der Bickebergschule. Auch er und seine Kollegen haben in den vergangenen Jahren viel lernen müssen. Jedes Jahr brachte etwas Neues und es war immer spannend. Das habe man nur bewältigen können, weil die Schule von einem überaus engagierten Kollegium getragen werde, lobte Schulleiter Hermann. So mussten neue Prüfungsordnungen und Formate umgesetzt werden, Leistungskurse in Französisch eingefügt und viele neue Bereiche und Profilfächer ab der 8. Klasse installiert werden.

Eine gute Sache sei für viele Schüler die Möglichkeit, in unterschiedlichen Fächern auf unterschiedlichem Niveau arbeiten und lernen zu können. Schüler, die in einem Fach auf dem Grundniveau arbeiten, können in Neigungsfächern durchaus das erweiterte hohe E-Niveau erreichen. Das schaffe Selbstvertrauen, sagt der Schulleiter, dessen großer Traum es ist, eine Gymnasialstufe an der Bickebergschule etablieren zu können. Dafür aber sei eine sechszügige Gemeinschaftsschule Bedingung, wobei es natürlich auch die Möglichkeit der Kooperation mit anderen Schulen gebe. Allerdings: Ohne Um- und Anbauten gehe das nicht. Mit dem Hauptschulabschluss und der mittleren Reife biete die Bickebergschule aktuell zwei Abschlüsse und darüber hinaus alle Anschlüsse, erklärt der Schulleiter mit Blick auf die Möglichkeiten, die die Entlassschüler aktuell haben.