Eigentlich sind es für einen Ortschaftsrat die angenehmen Beschlüsse, den Vermögenshaushalt über 192 100 Euro zu verteilen und dadurch den Ort in seiner Entwicklung weiter zu bringen. Um die sinnvolle Verwendung dieses Geldes ging es nun auch in der jüngsten Sitzung der Bürgervertreter aus Pfaffenweiler. Dabei sorgte ein Flugblatt zu geplanten Investitionen für die Spiel- und Sportanlage auf dem Gelände der Grund- und Hauptschule für mächtig Ärger und Unmut bei Bürgern und Kommunalpolitikern.

An die Anlieger verteilt

Auf Punkt vier der Vorschlagsliste von Ortsvorsteher Martin Straßacker standen zusätzliche 20 000 Euro für einen Fallschutzplatzes für die geplanten Spiel- und Sportgeräte auf dem Schulgelände. Für Aufregung und Unmut sowohl im Rat als auch bei den noch verharrenden Besuchern sorgte das Flugblatt, das Ortschaftsrat Jürgen Neininger im Bezug auf die geplanten Sport-und Spielgeräte auf dem Schulgelände verfasst und im Vorfeld der Sitzung an die Anlieger im Bereich Schule, Festhalle und Kindertagesstätte verteilt hatte.

Das Flugblatt

In seinem Flugblatt schürt Neininger Ängste, dass es auf der Anlage ähnlich wie bei der Freizeitanlage zu Alkohol und Drogenkonsum, Sachbeschädigung, Verunreinigungen, Lärmbelästigungen bis fünf Uhr morgens kommen könnte und es Fäkalien auf und um das Gelände geben könnte. Auch eine zusätzliche Lärmbelästigung befürchtet Neininger in seinem Schreiben. Zudem spricht er im Flugblatt von Kosten über 120 000 Euro für die Anlage, die aber in der vorherigen Sitzung (der SÜDKURIER berichtete) nicht im Zusammenhang mit der geplanten Anlage in Pfaffenweiler genannt wurden. Die tatsächlichen Kosten liegen bei rund 60 000 Euro, wobei der Förderverein der Schule und die Kinder ihren Teil mit 30 000 Euro schon erbringen konnten.

Die Reaktionen

„Ich war schockiert, als ich das Flugblatt gelesen habe“, sagt Ortschaftsrat Mark Ohlhauser. „Der Brief, den Jürgen Neininger geschrieben hat ist der Hammer“, sagt Ortschaftsrat Klaus Seidel. Ihren Unmut über das Flugblatt äußerte auch Anliegerin Bettina Briegel: „Ich finde es nicht in Ordnung, dass Anwohner mit falschen Informationen aufgeheizt werden.“ Probleme, die von Gruppen außerhalb von Pfaffenweiler auf die Freizeitanlagen getragen würden, mit den Grundschülern und Kindern aus dem Ort gleichzusetzen, sei nicht in Ordnung. „Auch die anderen Anwohner, mit denen ich gesprochen habe, können dies nicht nachvollziehen und haben keinerlei Bedenken“, so Bettina Briegel.

Die Beschlüsse

Den zusätzlichen 20 000 Euro für den Fallschutz wurde in der Sitzung bei einer Enthaltung mehrheitlich zugestimmt. 40 000 Euro werden für die Sanierung der Pflasterung links und rechts der Turnhalle sowie für die Fortführung der Vorplatzsanierung eingestellt. 25 000 Euro werden als Zuschuss für den Kunstrasenplatz auf dem Hartplatzspielfeld des Fußballclubs Pfaffenweiler bereitgestellt, 40 000 Euro für die Fassadensanierung der Turn- und Festhalle. 17 100 Euro fließen nach dem Beschluss des Ortschaftsrates in die Sanierung der Hallenküche.