Aktuell müssen Autofahrer um ihr Fahrzeug fürchten, wenn sie die Villinger Sebastian-Kneipp-Straße durchfahren. Der Straßenbelag ist inzwischen so schlecht, dass die wegen Straßenschäden ohnehin vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer zu schnell sind. Nun zieht Oberbürgermeister Jürgen Roth die Reißleine. Überraschend kündigte er am gestrigen Freitag im sozialen Netzwerk Facebook an, dass ein Abschnitt der maroden Straße am Donnerstag nächster Woche saniert wird.

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„Schlaglochpiste ade“, heißt es in dem Beitrag der Stadtverwaltung. Die Sebastian-Kneipp-Straße, zwischen dem Möbelhaus Roller und der Wilhelm-Binder-Straße, werde am 23. Mai mit einer dünnen Asphaltschicht provisorisch ausgebessert. Kurzfristig konnte OB Roth die Firma VSI, die derzeit auf zahlreichen Straßen im Stadtgebiet Dünnschichtasphalt einbaut, auch für diese Schlaglochpiste beauftragen. Dem Vernehmen nach werde die Reparatur deswegen günstig, weil die Asphaltmaschine ohnehin in der Stadt sei.

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Es handelt sich um eine schnelle Notmaßnahme, bei der die Straße nur mit einer dünnen Deckschicht glatt gemacht wird, bevor 2020 grundhaft saniert wird, heißt es weiter. Der neue Belag müsse auch nur so lange halten, führte Pressesprecherin Oxanna Brunner zudem aus, daher werde nur eine Schicht aufgebracht. Der Altbelag werde auch nicht abgefräst, es würden keine Bordsteine angehoben. All diese vorbereitenden Maßnahmen fallen weg. Letztendlich hätte die Schlaglöcher der Sebastian Kneipp-Straße ohnehin ausgebessert werden müssen. Das Aufbringen einer Asphalt-Decke habe sich nun als günstigste Lösung herausgestellt.

Kein Parken am 23. Mai

Zu Beginn nächster Woche werden die Anwohner informiert. Vor allem werden für den Donnerstag Parkverbotsschilder aufgestellt. Die rechte Seite ist für die in Villingens Innenstadt arbeitenden Pendler ein äußerst beliebter, da kostenfreier, Parkbereich. Noch ist unklar, wie mit den Autos umgegangen wird, deren Halter für längere Zeit parken und die nicht mit einer so schnellen Sanierung rechneten. Das werde noch geprüft, aber da gebe es ja Fristen, erläuterte Brunner. Die Straße ist kurze Zeit nach der Asphaltierung wieder befahrbar.

Zweiter Abschnitt wird ebenfalls asphaltiert

Auch ein weiterer Abschnitt zwischen Peterzeller Straße und Gewerbeakademie soll in der nächsten Zeit mit dem Dünnschichtasphalt erneuert werden. Allerdings gebe es dafür noch keinen Termin erläuterte Brunner. Der folgende Freitag falle aus, weil dann die Fachfirma nicht zur Verfügung stehe.

Fünf Straßen erneuert

Oberbürgermeister Jürgen Roth ist nach seinem Wahlsieg mit dem Versprechen angetreten, die maroden Straßen so schnell wie möglich zu erneuern. So vermeldet er inzwischen stolz auf Facebook: Diese Holperstrecken gehören der Vergangenheit an – Tannheimer Straße, Pfaffenweiler Straße, Weiherstraße, Peterzeller Straße, Niedereschacher Straße.

Marode Straßen in der Doppelstadt

Die kaputten Straßenverbindungen sind das zentrale Thema in der Stadt. Wie geht die Verwaltung nun vor?

  1. Welche Straße zuerst? Aktuell arbeitet das Baudezernat von Bürgermeister Detlev Bührer an einer Prioritätenliste. Sie soll gegen Ende des Jahres dem Gemeinderat vorgelegt werden. Danach könnten die Stadträte entscheiden, welche Straße zuerst saniert wird. Das war übrigens auch der Grund, warum die Stadträte es im November 2018 ablehnten, die Sebastian-Kneipp-Straße vorzuziehen. Sie befürchteten eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Vorhaben.
  2. Warum die Sebastian-Kneipp-Straße? Es ist wohl vor allem dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass die Asphaltier-Maschinen bereitstehen. In dieser Woche wurde die Peterzeller Straße erneuert. (gha)