Es sei, "wie alte Bekannte zu treffen, die man ein Jahr nicht gesehen hat", so beschrieb die ausstellungsbegleitende Restauratorin Ina Sahl das Gefühl, als sie am Sonntag im Beisein zahlreicher Besucher und Ratsherren der Narrozunft samt Zunftmeister Anselm Säger die Jaag'sche Puppenausstellung im Franziskanermuseum eröffnete. Die von Ingeborg Jaag geschaffenen Figuren, die jedes Jahr neu arrangiert werden, um die Villinger Fasnet in Miniaturform zu zeigen, begeisterten durch ihre Lebigkeit und machten diese Ausstellung dadurch einzigartig.

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Letztendlich habe man sich zwar mit der ursprünglichen Idee zur Gestaltung der Szene, Alt-OB Kubon seilt sich mit dem Schlüssel vom Rathausbalkon ab und hinterlässt seinem Nachfolger den Kladderadatsch, doch nicht getraut. Doch die Variante, neuer OB übergibt den Schlüssel, kam bei den Besuchern mindestens genau so gut an. "Jürgen Roth ist als Figur wirklich sehr gut getroffen"; waren sich die Besucher einig.

Der erst seit wenigen Tagen amtierende Oberbürgermeister Jürgen Roth übergibt den Rathausschlüssel zumindest als Miniaturausgabe schon mal vorab.
Der erst seit wenigen Tagen amtierende Oberbürgermeister Jürgen Roth übergibt den Rathausschlüssel zumindest als Miniaturausgabe schon mal vorab. | Bild: Sprich, Roland

Bislang ist im Vorfeld der Ausstellung immer mit Spannung erwartet worden, welche Villinger Bürger als Miniaturpuppe das Fasnetsgeschehen bereichern dürfen. Damit ist es nun vorbei. Ingeborg Jaag wird keine neuen Puppen mehr herstellen. "Als Ausstellungsregisseurin bleibt sie uns aber weiterhin erhalten", betonte Ina Sahl.

Die Übergabe des Rathausschlüssels ist eine von drei Szenen der Ausstellung. Eine weitere zeigt Alt-OB Rupert Kubon vor dem Eingang des Münsters, in Anlehnung an dessen Vorbereitung zum Diakon. Die dritte Szene zeigt ein Arrangement des Umzugs der Historischen Narrozunft. Angeführt von einem Reiter der Kavallerie.

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Wie das Thema Schlüsselübergabe entstanden ist, erläuterte Museumsleiterin Anita Auer. "Wenn früher eine Stadt eingenommen wurde, wurde von den Unterlegenen als symbolisches Zeichen der Schlüssel des Stadttores an die Sieger übergeben." Diese Geste haben sich die Narren zunutze gemacht und entmachten somit jedes Jahr in der närrischen Zeit symbolisch die Verwaltung.