„Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Dieser Spruch passt bestens zur Idee einer Offenen Werkstatt in Villingen-Schwenningen. Bereits vor Jahren hat Mitinitiator Benjamin Ruf sich Gedanken gemacht, wie die korrekte Nutzung von Werkzeugen, das Herstellen von Gegenständen, das „Schrauben und Basteln“ in Gemeinschaft organisiert werden könnte. Inzwischen gibt es in Deutschland ca. 300 Offene Werkstätten, jede hat ihr eigenes Ambiente und doch verfolgen alle das gleiche Ziel: Menschen mit Werkzeugen und Techniken vertraut machen und Menschen Gelegenheit bieten, in Gemeinschaft ihrem Hobby nachgehen zu können.

Bislang bereiten zusammen mit vier weiteren Mitstreitern (v.l.n.r) Mariam Elling-Chong Luna, Valentin Herzog, Steffen Schlenker, Jürgen Adams, Sebastian Schlude, Ines Contino, Benjamin Ruf und Karin Riedel die offene Werkstatt werkboxVS vor.
Bislang bereiten zusammen mit vier weiteren Mitstreitern (v.l.n.r) Mariam Elling-Chong Luna, Valentin Herzog, Steffen Schlenker, Jürgen Adams, Sebastian Schlude, Ines Contino, Benjamin Ruf und Karin Riedel die offene Werkstatt werkboxVS vor.
  • Infoveranstaltung: Benjamin Ruf verstand es mit großer Begeisterung die gut 20 Interessierten mit dieser Idee vertraut zu machen. Dabei belegte er mit stichhaltigen Argumenten die Sinnhaftigkeit der Offenen Werkstätten. Nicht nur, dass hier Spezialwerkzeuge vorgehalten werden können, die man zum Beispiel zur Reparatur von Fahrrädern, Computern oder Smartphones braucht, auch der Austausch von Wissen zwischen gehöre zum Konzept. Und das Thema Ressourcen-Schonung spielt eine Rolle. „Wer einen Gegenstand selbst repariert, hat eine ganz andere Beziehung zu ihm und schmeißt ihn nicht gleich wieder weg, wenn er mal defekt sein sollte“, so Ruf.

Die Offenen Werkstätten sollen auch Orte von Weiterbildung, sozialer Kommunikation und Integration werden. Das Wissen um die Funktion von technischen Gegenständen, das kreative Gestalten, die Weitergabe von speziellen handwerklichen Fertigkeiten diene auch einer bewussten Lebensführung. Dabei entstünde ein positives Lebensgefühl, das der Persönlichkeitsentwicklung diene. Ob Heimwerker, Künstler, Arbeitssuchende, Kinder, Bürositzer, Schüler und Studierende, Start-Ups oder Nerds, Ruheständler oder Macher, allen soll die Offene Werkstatt Entfaltungsmöglichkeiten bieten, die in den eigenen vier Wänden vielleicht nur schwer möglich sein würden.

  • Lernen von anderen: Mit ins Boot des Infoabends haben sich die hiesigen Initiatoren ein Team des Vereins zur Verbreitung offener Werkstätten aus Stuttgart genommen. Martin Langlinderer schöpfte in seinem Vortrag aus einem großen Reservoir von Erfahrungen mit der Einrichtung und des Betriebs der Offenen Werkstatt hobbyhimmel. Nicht nur die Idee, sondern ein großer Stamm von Mitstreitern trägt diese Werkstatt. Derzeit sind 2800 Personen bei dem Projekt registriert. Diesen stehen an 350 Tagen im Jahr die Werkstätten offen, wo sie schrauben, schweißen, drehen, sägen, hämmern, nähen, löten und programmieren können. Neben einem Laserschneidegerät steht ein supermoderner 3-D Drucker, der unermüdlich die kreativen Pläne in handfeste Werkstücke umsetzt.
  • Zukunft: Noch vor der Sommerpause möchten die zwölf Initiatoren zur Vereinsgründung schreiten und im Herbst an die Öffentlichkeit treten. Alle hoffen auf die alsbaldige Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Derzeit werden hauptsächlich Werkzeuge, Maschinen und vor allem geeignete Räume gesucht.