Kaum eine Brücke in VS ist so aufwendig untersucht worden, wie die große Brücke Vockenhauser Straße. Ein Fachbüro aus Stuttgart hat das Bauwerk, das 1982 errichtet worden und insgesamt 320 Meter lang ist, im November vergangenen Jahres ein Wochenende lang auf Herz und Nieren untersucht. Grund dafür war, dass bei einer Routineuntersuchung vor Jahren schwerwiegende Mängel festgestellt worden waren.

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Wie Norbert Hemmerling vom gleichnamigen Büro in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend im Rathaus Schwenningen erklärte, ist die Brücke in ihrer Standfestigkeit nicht gefährdet und auch die Verkehrssicherheit ist gegeben. Allerdings gibt es Korrosionsschäden, die die Lebensdauer einschränken. Die Empfehlung des Fachbüros: Eine Sanierung für vier Millionen Euro, dies sei billiger als ein Teilneubau für rund sieben Millionen Euro.

Braucht es die Brücke überhaupt?

Das sehen die Stadträte aber anders und so fragte beispielsweise Hans-Joachim von Mirbach (Grüne) ganz „ketzerisch“, ob man die Brücke überhaupt noch brauche. Sie sei riesig dimensioniert und wenig befahren. Er bat die Verwaltung, zu prüfen, ob der Verkehr nicht anders geführt werden könne.

Allerdings erklärte Bauamtsleiter Ulf Millauer, dass bei einer Stilllegung der Brücke auch ein Abriss folgen müsse und der koste rund eine Millionen Euro. Baubürgermeister Detlev Bührer nannte diese Idee einen „interessanten Ansatz“.

Andreas Flöß von den Freien Wählern wollte bei einem Bauwerk, das erst 37 Jahre alt ist, gar nicht über eine Sanierung reden. „Müssen wir da überhaupt was machen?“, fragte er. Es sei ja klar, dass der Zahn der Zeit an der Brücke nage, aber er sehe nicht die Notwendigkeit, eine solche Summe aufzuwenden. Zu der Dringlichkeit der Sanierung konnte Experte Norbert Hemmerling nichts Genaues sagen: „Das ist schwierig.“ Aber man habe jetzt ein Ergebnis und sollte das innerhalb von zwei Jahren angehen.

Bürgermeister Bührer sagte den Stadträten zu, sich mit dem Thema nochmals intensiv auseinanderzusetzen: „Die nächsten zwei Jahre wird auf jeden Fall nichts passieren.“ Dann müsse man überlegen, wie man das wirtschaftlich darstellen könne. Dietmar Wildi (CDU) will jetzt keine große Planung lostreten: „Da gibt es viele Schritte dazwischen.“ Man könne beispielsweise den Belag abdichten, damit keine weiteren Schadstoffe eindringen.

Einzig Frank Bonath von der FDP erinnerte schließlich an die vielen Bauwerke und Straßen, bei denen der Rat immer wieder gesagt hat: „Hätten wir da bloß früher gehandelt und etwas unternommen.“ Drum sollte man jetzt diese Brückensanierung nicht wieder verschieben.