Es waren noch einmal zwei Abende beim diesjährigen Innenhof-Festival, die einerseits für ein volles Haus, andererseits für einen vollen Hof sorgen sollten. Der Freitag brachte mit Malaka Hostel eine flott aufgespielte und in die Beine fahrende Mischung aus Balkanmelodien, Ska und Rock`n Roll in die Scheuer, denn leider hatte der am Mittag einsetzende Dauerregen den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Statt im Hof musste, oder besser ausgedrückt, konnte in der Scheuer konzertiert werden. Auch wenn das die Stimmung der zahlreichen Besucher natürlich nicht minderte, die drängelten sich dicht an dicht im Saal und tanzten und hopsten zu den Klängen der sechs Musiker dort auf der Bühne, die ihr Instrumentarium ganz vortrefflich zu bedienen wussten.

Sei es nun zu den bekannten, ultraschnellen Weisen vom Balkan oder aber mit knackigem Rock, auch mal einem sehr coolen Reggae, Malaka Hostel versteht es, die passenden Lieder auf Englisch oder immer wieder auch auf Deutsch zu präsentieren. Da tanzt nicht nur der Coyote, die ganze Scheuer tanzt ausgelassen mit und verwandelt so den Saal in eine Sauna.

Der Samstag dann gestaltete sich meteorologisch gesehen zwar freundlicher als der Vortag, allerdings um einiges kühler, dafür konnte wieder für draußen geplant werden. Was einerseits das Wetter ermöglichte drohte andererseits fast an der Bürokratie zu scheitern. Die versprochene kubanische Band um Mayito Rivera konnte nämlich gar nicht nach Deutschland einreisen, da sie keine Visa erhalten hatte.

Doch Glück im Unglück oder wie es der Zufall so will, Son del Nene, ebenfalls eine kubanische Band war gerade auf Deutschlandtournee. Und da man sich unter kubanischen Musikern ja gut kennt waren die Kontakte zu der am Vorabend in Berlin gastierende Gruppe schnell geschlossen.

Son del Nene entschied sich am Donnerstag auf Anfrage spontan und war am Samstag kurzerhand nach Villingen gereist, wo sie am Abend dann den mit über 400 Besuchern ausverkauften Hof bespielten.

Fünf Musiker, dazu der mit Schmelz in der Stimme und manchmal vor Romantik dahin tremolierender Sänger und Gründer der Band Del Nene machten das, was man von kubanischen Musikern erwarten kann. Sie sorgen mit den Rhythmen des Son, Rumba und des Salsa für genau die Stimmung, für die das Publikum an diesem Abend gekommen waren.

Da war dann der typisch kubanische Sound am Wirken, der im Laufe des Abends schließlich auch ein halbes Dutzend Frauen und einen Mann auf die Bühne lockte, die gemeinsam mit den Musikern den einen oder anderen Tanz vor dem jubelnden Innenhof darbrachten.

Guantanamera, das kubanischste der kubanischen Lieder, gab es dann als Zugabe. Stimmung gut alles gut. Und als die letzten Töne verklungen waren, gab es den traditionellen Abschluss mit der großen Feuerschale, worin das Innenhof-Festival, fast wie in der Tradition der Villinger Fasnet, dann mit einem hübschen Lagerfeuer verbrannt wurde. Auf das man sich im kommenden Jahr wieder treffen möge.