Jetzt ist es soweit: Im Schwarzwald-Baar-Klinikum gibt es einen neu gestalteten Andachtsraum, in dem Eltern von ihren Kindern, die im Klinikum versterben, in würdevollem Rahmen Abschied nehmen können. Damit wurde eine Initiative von Mitarbeiterinnen, die von zahlreichen Spendern unterstützt wurde, zu einem glücklichen Abschluss gebracht.

Es war eine Herzenssache der Mitarbeiterinnen auf der Kinder-Intensivstation, für diese traurigen Anlässe, die im Klinikalltag immer wieder vorkommen, endlich einen angemessenen Ort zu gestalten. Die Klinik hat dafür ein Zimmer auf der Station umgebaut, die künstlerische Gestaltung durch den renommierten Rottweiler Kirchenkünstler Tobias Kammerer wurde dank einer Spendenaktion möglich.

"Diese Aufgabe hat uns viel Arbeit und Idealismus abverlangt", sagte die Kinderärztin Francisca Kurz, die die Organisation und die Spendenaktion für den "Raum der Stille" gemeinsam mit den beiden Krankenschwestern Jasmin Erichsen und Eva-Maria Säger in die Tat umgesetzt hat. Das ehrenamtliche Engagement "hat uns an die Grenzen gebracht", berichtete die Medizinerin. Umso größer war bei den Initiatorinnen gestern der Stolz und die Freude über das gelungene Ergebnis ihrer Mühen.

Künstler Tobias Kammerer hat die Wände in warmen Farben und die Decke mit einer großen Lichtinstallation gestaltet. In der Mitte des Raumes steht auf einem Tisch eine kleine bootsähnliche Wiege, in der die "Sternenkinder", wie sie in den Kliniken die verstorbenen Kleinkinder bezeichnen, gebettet werden können. Die subtile christliche Symbolik, die er einfließen ließ, ist gleichwohl von universeller Aussagekraft und damit Menschen aller Religionen und Konfessionen zugänglich. Darauf kam es den Initiatorinnen auch an. Matthias Henschen, der Chefarzt der Kinderklinik, zeigte sich bewegt vom Geschaffenen. "Ich finde, es ist hier etwas ganz Schönes geworden. Ich bin begeistert." Die Spender, die den Abschiedsraum ermöglicht haben, werden nun in die Klinik eingeladen, um den neuen Raum besichtigen zu können.